Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 131
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-sr4^> DIE AUSSTELLUNG MÜNCHEN 1908 <^^-

KIRCHE UND FRIEDHOF AUF DER AUSSTELLUNG

„MÜNCHEN 1908u

Daß auch die kirchliche Kunst und alles, was
mit ihr zusammenhängt, also vor allem die
künstlerische Ausgestaltung des Friedhofs in
dem großen Reformwerk der Münchner Ausstellung
nicht fehlen durfte, ist selbstverständlich
. Bedürfen doch gerade diese Gebiete künstlerischer
Betätigung ganz besonders der Reform.

Allerdings stellt sich einer Reform gerade
hier ein besonders starker und wohlorganisierter
Widerstand entgegen, da hier das durch
religiöse Pietät gestärkte Herkommen und das
wohlgefestigte Ansehen alter Firmen eine nicht
zu unterschätzende Macht bedeuten. Und so
kann man auch in der Tat von der kirchlichen
Abteilung der Münchner Ausstellung sagen,
daß sie vielleicht am wenigsten Neues gebracht
hat, namentlich wenn man nach ganz Gelungenem
sucht.

Wilhelm Spannagel, der den großen Ausstellungsraum
für christliche Kunst schuf, naheliegenderweise
in einer Form, die der einer
Kirche zum mindesten sehr nahekommt, beschränkte
sich im Hauptraum darauf, einen

stimmungsvollen Rahmen für die ausgestellten
Gegenstände herzustellen. Die einzelnen Kapellen
boten eine günstige Gelegenheit zur Anbringung
aller möglichen Kunstwerke, ebenso
die Schränke, die der einen Längswand der
Kirche entlangliefen; schade nur, daß so sehr
wenig Objekte zur Ausstellung gebracht waren,
die sich wesentlich über das Niveau des seit
langem Ueblichen erhoben. — Als Architektur
bedeutender als der Hauptraum erschienen die
ebenfalls von Wilhelm Spannagel ausgestalteten
Vorräume, der Gang zur Kirche und die
Vorhalle mit ihren schönen, auf einer Säule
ruhenden Gewölben. Hier hatte man das Gefühl
, einer lebendigen Architektur gegenüber
zu stehen, die in vielem wohl vorbildlich für
Kirchenbauten sein könnte.

Daß die Glasmalerei sich von dem vollkommenen
Verfall der letzten Zeit noch kaum erholt
hat, ist bekannt. Am allerwenigsten wohl
haben diejenigen Versuche zu etwas Ersprießlichem
geführt, die mit ganz neuen Mitteln,
durch komplizierte Lichteffekte usw. moderne

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