Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 175
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-s^> PORZELLAN-PLASTIK *C^=^

hermann fritz

adalbert konig

AUSFÜHRUNG: KGL. PORZELLAN-MANUFAKTUR MEISZEN

der Wahl heiterer Motive ausspricht. Auch
in den Kinderplastiken des Bildhauers Fritz
lassen sich, wenn man Thomsens Kopenhagener
Kinderfiguren zum Vergleich heranzieht,
diese Unterschiede nachweisen. Hier wie dort
sind Mädchen bei der Feldarbeit dargestellt.
Bei Fritz war die Freude am Rhythmus der
kräftigen Bewegung offenbar der Anlaß zu
dieser Themenwahl, bei Thomsen dagegen eine
poetische Verklärung dieser ländlichen Arbeit,
für deren unschuldsvolle Reinheit ihm das kindliche
Mädchen die passendste Verkörperung
erschien. Seine Figuren sind daher im Vergleich
zu denjenigen von Fritz, welche Typen
des wahren Lebens geben, geistvolle, zartempfundene
Allegorien bestimmter Lebensvorgänge
. Es ist nur eine selbstverständliche
Folge hiervon, daß Meißens keramische Plastiken
auch stärkerer, dem wirklichen Leben
nahe kommender farbiger Dekorationen bedürfen
. Der beste Beweis dafür, daß man
sich in der sächsischen Manufaktur jetzt grade
dieses grundsätzlichen Unterschiedes von Kopenhagen
bewußt geworden ist, spricht aus
der Tatsache, daß man sich dort mit vielem
Interesse und sehr guten Resultaten der Erzielung
von Scharffeuerdekoren in lebhaften
und dunklen Farbenspielen befleißigt. Bei den

Vogelskulpturen von Walther kommt in dem
„Pfefferfresser" ein solch dunkler Scharffeuerdekor
zur Anwendung. Bei diesen wie bei
den Tierplastiken von Otto Pilz tritt der Auf-

fassungsunter-
schiedmitden Kopenhagenern
, der
in den gleichen
Ursachen wie bei
den menschlichen
Plastiken begründetliegt
, ebenfalls
stark hervor. Beide
Darstellungsweisen
haben in
der Porzellanplastik
nicht nur
ihre kunstästhetische
Berechtigung
, sondern
auch ihren praktischen
Erfolg; sie
werden selbst von
kritischen Liebhabern
gleich geschätzt
und auch
gern gekauft.

F. Rosenbaum chr. thomsen

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