Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 181
(PDF, 147 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0211
FACHLEHRER: AUGUST BIEBRICHER

MODELL EINES LANDHAUSES

Arbeitern und Gehilfen auszubilden, da sie sich
viel zu viel als „Künstler" fühlten. So klagte
einer unserer tüchtigsten deutschen Goldschmiede
, daß er von der Kunstgewerbeschule
seiner Stadt auch noch nicht einen brauchbaren
Gehilfen bekommen habe, und meinte,
die Kunstgewerbeschulen verdürben die jungen
Leute fürs Kunsthandwerk und vermehrten nur
das Künstlerproletariat. Das ist bei der Cre-
felder Handwerker- und Kunstgewerbeschule
dank ihrer praktischen Ausbildung einfach unmöglich
: sie bereitet die jungen Leute für den
Eintritt in die Berufsarbeit vor und mit solchem
Erfolge, daß mehr als eine Schülerarbeit
von Fachleuten als Meisterarbeit bezeichnet
wurde. Mit den Schulen geht es eben oft wie
mit den Frauen, die besten sind nicht immer
die, von denen am meisten geredet wird. Die
Crefelder Schule ist noch nicht oft vor die
breite Oeffentlichkeit getreten; wo sie es aber
tat, erregten ihre Leistungen berechtigtes Aufsehen
.

In dem Rahmen eines kurzen Berichtes ist
es leider nicht möglich, die Tätigkeit der Lehrer
und die Einrichtung der Schule bis ins einzelne
zu würdigen und die Arbeiten der Schüler
ausführlich zu besprechen, es kann nur eine
zusammenfassende Uebersicht der einzelnen

Abteilungen der Schule gegeben werden, und
im übrigen sei auf die Abbildungen der Schülerarbeiten
verwiesen; die mögen für sich selbst
sprechen.

Die Fachklasse für Architekten hat als
Fachlehrer Architekt August Biebricher.

Da die Gegend des Niederrheins reich ist
an eigenartigen und interessanten Bauwerken
früherer Zeiten, so bietet sich dieser Klasse
reichlich Gelegenheit, durch Aufnahme solcher
Bauten die heimatliche Bauweise zu studieren
und ihre Motive bei Entwürfen zu verwerten.
Eine Aufnahme aus Hüls zeigt uns die Abbildung
auf Seite 179. Eine ganze Sammlung solcher
Aufnahmen ist in dem erwähnten Jahresbericht
der Schule von 1907 enthalten.

Die Schüler müssen zu ihren eigenen Entwürfen
(Abb. siehe Seite 177—181) nicht nur
die Baurisse ausarbeiten und detaillieren, sondern
sie führen diese Entwürfe mit allen Einzelheiten
in verkleinertem Maßstabe auch
selbst aus. Die Abbildungen auf Seite 180
und 181 zeigen solche plastisch ausgeführte
Schülerarbeiten. Es leuchtet ein, daß durch
solchen Lehrgang nicht nur das Interesse erregt
und ein tüchtiges Können erreicht werden
muß, sondern daß auch dem unkünstlerischen
Schablonenbau kräftig entgegengewirkt wird.

181


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