Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 205
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JAN EISENLOEFFEL

Den bedeutenden Einfluß guter handwerklicher
Traditionen, wie sie in Holland
vor allem auf dem Gebiete der Gebrauchsgegenstände
in Messing und Kupfer seit Jahrhunderten
bis zur Gegenwart sich erhalten
haben, kann man unschwer bei dem erfolgreichen
Erneuerer der Gebrauchsformen dieser
für unser Haus so wertvollen und schönen
Gegenstände, Jan Eisenloeffel aus Amsterdam
, einem hervorragenden Künstler, kennen
lernen, der seit dem Frühjahr 1908 bei den
Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk
A.-G. in München tätig ist. Mit dem
Wechsel seines Wohnortes scheint auch ein
Wandel im künstlerischen Schaffen dieses
eigenartigen Meisters eingetreten zu sein. Wir
kannten in Deutschland bisher Jan Eisenloeffel
eigentlich nur als den kunstsinnigen
Erschaffer feiner, solider, zweckentsprechender
Gebrauchsgegenstände in Metall, vornehmlich
in Messing, Kupfer und Eisen. Seine
einfachen, schönen und gediegenen Tee- und
Kaffeemaschinen, die reizvollen Glasschalen
für Obst und Konfekt mit eigenartigen Metallhenkeln
, die wundervollen Cakesdosen, Brotkörbchen
, Schreibzeuge, Zigarettenbehälter,
Aschenschalen und vieles andere; die vortrefflichen
Tischlampen und Beleuchtungskörper
für elektrisches und Gasglühlicht, sachliche
und schöne Arbeiten, die zuerst Hermann
Hirschwald in Berlin nach Deutschland
gebracht hatte, sind seit Jahren von solchen
begehrt worden, die auf Gediegenheit der Ausführung
, Einfachheit der Form und praktische

Gebrauchsfähigkeit der Dinge in unserem
Haushalt einen angemessenen Wert legen.
Daneben traf man hier und da auf Ausstellungen
Arbeiten in Edelmetall von Jan Eisenloeffel
an, die in ihren feinen, passenden
Formen, in der charakteristischen Hervorhebung
der Eigentümlichkeiten der verschiedenen
Metalle, Farbe, Glanz und Härte, in ihrer Wirkung
als Träger von Edelsteinen und Halbedelsteinen
, sehr auffallend im günstigsten
Sinne von dem sich abhoben, was bei uns
auf diesem Gebiete bisher meist geschaffen
wurde.

Seitdem aber Jan Eisenloeffel in München
sich niedergelassen hat, konnte er sich
einen Lieblingswunsch erfüllen, den er lange
Zeit gehegt hatte. Es wurde ihm hier möglich
, auch an größere Arbeiten heranzutreten,
die ihn allmählich in das weite Gebiet der
Innenarchitektur führen sollen.

Diese Arbeiten, die zum Teil auf der Ausstellung
„München 1908" zu sehen waren,
die Kamine, der Wandbrunnen und das Badezimmer
, bringen den Beweis, daß der Künstler
auch auf diesem Felde mit bestem Erfolge
tätig sein kann. Vorläufig haben sich seine
Arbeiten für den Innenraum vornehmlich auf
ein Gebiet erstreckt, das die feinsten farbigen
, flachornamentalen Wirkungen mit den
einfachsten Mitteln erreichen läßt und das
dem künstlerischen Schaffen des Meisters
außerordentlich zusagt: das Mosaik. Wenn
auch bei dieser Ausstellung sein langgehegter
Wunsch, einen Raum, eine Prunkhalle oder

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