http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0240
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seinen Grundriß genau kennen und die Rolle,
die es in dem Gesamtbild des in Betracht
kommenden Stücks Landschaft spielt, als Maße,
Umrißlinie und Farbe. Dann muß man das
Terrain studieren, seine Ausdehnung und seine
Bewegung, und zwar besonders den Grad seiner
Bewegung. Ferner die Umgebung, die Art
der umliegenden Bäume, die Nähe eines Flusses
oder Waldes. Und endlich die auf diesem
Grund am besten gedeihenden Pflanzen,
Büsche, Sträucher, Bäume und Gräser. Auch
muß man sich außerhalb des Hauses nach festen
Punkten umsehen, nach denen die Orientierung
geschehen kann — einem Häuschen, einer
Statue, einem schönen Baum, einer Laube oder
einem steingefaßten Wasserbecken mit Fontäne.
Das werden dann tunlichst die Akzente im ganzen
Rhythmus. Wenn man dies alles sich genau
vertraut gemacht hat,
kann man am besten einen
Plan für die Komposition
entwerfen. Im großen und
ganzen wird es dabei wesentlich
auf die Fragen des
Gleichgewichts und der Kontrastwirkung
ankommen in
Masse und Farbe. Verhältnismäßig
kleine Grundstücke
verlangen eine möglichst
ebene Behandlung, die
hohen Requisiten, Bäume,
Baumgruppen und Hecken
verlegt man dann am besten
an die Peripherie. Bei großen
Dimensionen wirken Teilungen
durch starke Akzente
gut, wie auch besonders eine
Gliederung durchTerrassie-
rung oder langsame Anhöhung und durch die
damit verbundenen Abwechslungen an den Rändern
. Doch darf man kein „Bild" anpflanzen,
kein Gemälde in die Natur umsetzen. Das wirkt
immer falsch und kleinlich. Wirklich gestalten
kann man nur vor dem Objekt, jede reine Phantasie
- oderZeichentischarbeit erweistsich inder
Praxis als unbrauchbar: Im „plein air" wirkt
alles anders als im Atelier. Auch die Farbenkomposition
ist nur nach diesem Gesichtspunkt
zu handhaben. Die Vielfarbigkeit kann nur in
demselben Verhältnis wachsen, wie die Ausdehnung
. Wenig Buntheit wird nie zu Falschheiten
führen. Hier ist unbedingt maßgebend
die Art des Baumbestandes. Wenn der Garten
eingefaßt ist von großen Laubwänden, so kann
man natürlich mehr Farbigkeit riskieren, als
bei magerer und zerfetzter Umgebung, weil
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