Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 233
(PDF, 147 MB)
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-b^> AMERIKANISCHE ARCHITEKTEN <^s-

ARCH. WYATT & NOLTING-BALTIMORE

VERKAUFS LÄDEN IN ROLAND-PARK

wurde dem Entwurf der Firma Wyatt & Nöl-
ting der Vorzug gegeben. Der Bau ist in
einfachen, sehr vornehmen Formen entworfen,
die allerdings stark an die Renaissance sich
anlehnen. Aber es ist eine freie Renaissance,
die klassisch einfach wirkt. Die Vornehmheit
wird durch das prachtvolle Material, das
wenig Schmuck bedarf, gehoben. Das Gebäude
ist ganz aus weißem Marmor hergestellt
und kostete zwei und eine Viertel Million
Dollars.

Hier interessieren uns aber besonders die
Villenbauten von Wyatt & Nölting. Im
schönen Roland-Park bei Baltimore haben sie
verschiedene der interessantesten ausgeführt,
und auch die Verkaufsläden sind ihr Werk.
Es dürfte am Platze sein, die spezifisch amerikanische
Einrichtung der „Parks" hier kurz
zu erklären. Außer den öffentlichen Parks,
die jedermann zum Spaziergang dienen können,
hat man hierzulande Privatparks, in die man
sich einkaufen kann, — wenn man Geld genug
besitzt und auch den von den schon seßhaften
Grundeigentümern gestellten Bedingungen
entspricht. Viele nehmen z. B. keine
Juden auf usw. Auch für die Anlagen der
Bauten gibt es oft Bestimmungen. Ein Klubhaus
befindet sich gewöhnlich ungefähr im
Zentrum der Anlagen, die stets viele Meilen

umfassen. Auch besondere Verkaufsläden werden
für den Park — der in Deutschland wohl
als eine sehr exklusive Villenkolonie bezeichnet
werden würde — angelegt.

Die Bauten von Wyatt & Nölting in Roland
-Park zeigen Anlehnung an die Renaissance
. Höchstens könnte man in dem Klubhaus
, auf dem Umwege des Kolonialstils, der
ja — wie ich im Novemberheft 1907 erklärte
— die amerikanische Renaissance darstellt
, eine solche finden. Denn die Merkmale
des Kolonialstils: das halbmondförmige
Ornament über einigen Erkerfenstern, sowie
die klassischen Säulen sind allerdings vorhanden
. Das abgestumpfte Dach hat aber
nichts mit dem Kolonialstil zu tun, verträgt
sich jedoch sehr gut mit dem übrigen Bau.
Dieser ist nach amerikanischer Gewohnheit
in Holz ausgeführt. Er wirkt entschieden
originell und sehr anheimelnd. Man sieht
schon von außen, daß die Innenräume in schönen
Verhältnissen gehalten sind.

Das Landhaus des Professor Morgan ist
ein Ziegelbau. Wenn man hier nach „bewährten
Mustern" suchen will, so wird man
finden, daß das Schweizerhaus Pate gestanden
hat. Durch die Dachkonstruktion gelingt
es Wyatt & Nölting immer ganz besonders
, eigenartig zu wirken. Dies zeigt

Dekorative Kunst. XII. 5. Februar 1909.

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