Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 276
(PDF, 147 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0307
-sr4^> ALOIS BALMER: GLASGEMÄLDE-ENTWÜRFE <^3^

der erst kürzlich zur Aufstellung gelangten
Glasgemälde in der Kirche zu Neustadt an der
Haardt gibt zu ähnlichen Bemerkungen Anlaß.
Der Kopf auf dem hier wiedergegebenen Entwurf
wirkt für anspruchsvollere Sinne etwas
zu malerisch konventionell, dagegen ist auch
hier wieder die Ornamentik vortrefflich gelungen
. Sie verrät in ihrer strengen, an das
Naturobjekt ganz von ferne anklingenden Stilisierung
ein klares Gefühl für das Wesentliche
und die Fähigkeit, sich in den Geist eines
Materials vollkommen einzuleben. (Abb.S.274.)

Befriedigend in diesem Sinne wirkt auch
der vor nicht allzulanger Zeit entstandene
Entwurf einer Treppenhausverglasung in einer
Münchner Privatwohnung. Die stilisierten Figuren
des Löwen, Bären und Steinbocks sind
von einer Prägnanz der Zeichnung, die alles
wesentliche gibt und schon in der Silhouette

sich auszudrücken versteht. Von ähnlicher
Selbstbeherrschung zeugt auch die Farbe. Die
Figuren sind hellbraun, die Ornamente mattgrün
; das Ganze dient vollkommen dem Zweck,
für den es geschaffen ist. (Abb. S. 273.)

Dies Lob wird man Balmers Arbeiten nicht
vorenthalten können. Eine gewisse Unbeweg-
lichkeit und Trockenheit, die sonst vielleicht
störend wirken könnte, bedeutet für den Zeichner
von Glasgemälden unter Umständen einen
Vorzug. Die Glasmalerei muß, wenn sie ja
in der Kunst unserer Zeit etwas bedeuten
will, auf allzu weitgehende Differenzierung
und raffinierte technische Spielereien verzichten
und sich erinnern, daß sie eine durchaus
monumentale,architektonischeKunst ist. Festes,
zielbewußtes Streben in dieser Richtung ist
ein Verdienst, das in unserer Zeit nicht hoch
genug anzurechnen ist. Joh.Schinnerer

ENTWÜRFE FÜR WAPPENSCHEIBEN
EINES FENSTERS

DER WALLFAHRTSKAPELLE IM
RIEDERTAL OB BÜRGLEN, URI

276


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0307