Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 306
(PDF, 147 MB)
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-=ö=4^> RICHARD RIEMERSCHMID <&$^

LANDSITZ WIELAND

AUS DEM WOHNZIMMER

DER KÜNSTLER UND DIE INDUSTRIE

Im Jahre 1903 trat in München eine größere
Anzahl derjenigen Künstler, die auf dem
Gebiete der neuen Raumkunst schon eine
führende Stellung innehatten, zu der Münchner
„Vereinigung für angewandte Kunst e. V." zusammen
. Die erste größereVeranstaltung dieser
Gruppe war die Ausstellung für angewandte
Kunst 1905 im Studiengebäude des neuen
Nationalmuseums (vgl. Septemberheft 1905).

Während der nächsten Jahre schlössen sich
die bekanntesten Architekten, Bildhauer, Maler
an; fast sämtliche Mitarbeiter der Ausstellung
„München 1908" sind Mitglieder der „Vereinigung
für angewandte Kunst".

Diese Vereinigung hat jetzt in München eine
Vermittlungsstelle für künstlerische Entwürfe
geschaffen. Die Geschäftsstelle befindet sich
Konradstraße 5/m. Die Aufgaben dieser Vermittlungsstelle
sind viel umfassender, als ihr
Name besagt. Sie soll dazu dienen, die Anregungen
weiter zu verfolgen, welche während
der Vorarbeiten für die Ausstellung „München
1908" das eingehende Zusammenwirken aller
Erwerbsstände und Behörden mit der Künstlerschaft
Münchens gebracht hat. Zu diesem
Zwecke soll sie eine Auskunftsstelle bilden,
die Ratschläge und Auskünfte in allen künstlerischen
Fragen erteilt. Sie soll möglichst
viele Verbindungen anknüpfen zwischen Handel
, Industrie, Handwerk und Künstlern; sie
strebt Förderung des gegenseitigen Verständnisses
an: der Kenntnis der Techniken auf
der einen Seite, der Kenntnis der Geschmacksanforderungen
auf der andern. Ohne Rücksichtnahme
auf seine Zugehörigkeit zu irgendeiner
Künstler-Vereinigung werden die Entwürfe
eines jeden Künstlers vermittelt, der
in München und Münchens weiterer Umgebung
wohnt. Die Vermittlung von Auskünften
und Entwürfen geschieht an jeden Interessenten
: an Behörden und Privatleute, Vereine
und Einzelpersonen zu eigner Ausführung
oder Auftraggebung.

Daß es überhaupt möglich ist, ein solches
Unternehmen in die Wege zu leiten, das weist
daraufhin, in welch ausgedehntem Maße für das
künstlerische Schaffen auf gewerblichem Gebiete
eine Klärung hinsichtlich der rein künstlerischen
Fragen getreten ist. Diese Klärung ist
eine Folge des Zurücktretens allzu individualistischer
Strömungen hinter dem Bestreben, gute,
zweckmäßige Formen zu finden, die ganz allgemein
moderne Empfindungsweise ausdrücken
und dem Material und der modernen Technik

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