Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 343
(PDF, 147 MB)
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-s>-^> BUCHEINBÄNDE VON KARL KÖSTER <^=^

statt in das Atelier
in die lithographische
Werkstatt, wo
er sich deren
Technik in all
ihren handwerklichen
Einzelheiten
aneignete
. Als

Behrens-
Schüler erweiterte
er seine

Fähigkeiten
nach derkünst-
lerischen Seite
und förderte
sie noch mehr
durch das eifrige
Studium
im Düsseldorfer
Kunstgewerbemuseum. So gewann er, wohl
als einziger deutscher Schüler, auf der großen
Dresdner Kunstgewerbe-Ausstellung 1906 die
silberne Medaille.

Seine Eigenart ist es, mit möglichst einfachen
Mitteln möglichst viel zu erreichen,
in der äußeren Dekoration den Inhalt und
möglichst auch den Gehalt des Werkes zum
Ausdruck oder doch zum Anklingen zu bringen.
Dabei soll der Einband stets ein wirklicher
Einband sein, eine stützende und schützende
Hülle für das Buch und je nach seinem Zweck
entweder der Abnützung des öfteren Gebrauches
Widerstand leisten, oder nur zu gelegentlicher
Lektüre einladend, wie etwas feiertäglich
zu Behandelndes wirken, oder als pre-
ziöser Ausdruck eines Luxusbedürfnisses emp-

























BLDTENT
IKRANZT

FRANZ VON •







































funden und behandelt werden. Da Köster
auch das Buchbindergewerbe gelernt hat, kann
er ganz aus den Möglichkeiten des Materials
und der Technik heraus entwerfen und schaffen.

Das Leder behandelt Köster gar verschiedentlich
; so im Schweinsledereinband des „Blütenkranzes
" im Sinne der Alten, aber mit delikatester
, moderner Linienführung. Den eigentümlichen
Ton des Pergaments weiß er in
Verbindung mit Goldauflagen besonders fein
auszunützen und mit einer raffinierten Einfachheit
der Zeichnung zu schmücken, die an
Beardsley erinnert. Auch die Batiktechnik
versteht Köster zu verwenden. Sie eignet sich
in Farbenglut besonders für die Liebessonette
der Barett-Browning. Das Muster entspricht
einer antiken Ziselierung und erinnert uns

ARBEITGEBER
VERBÄNDE

ARB EITER BIBLIOTHEK
11. HEFT 1.-10. TAUSEND
PREIS 20 PFENNIG

damit zugleich an den
attischen Sinn der Dichterin
. Im „toten Brügge"
von G. Rodenbach gibt
Köster einen schwarzen
Kalbsledereinband,
in den er ein dunkelviolettes
Rechteck und
elfenbeinerne Streifen
zu den Seiten einlegt,
die wie ein Sarg und
kühle Wachslichter wirken
. Eine verwandte
Wirkung erreicht er
durch die Art der Schrifteinfügung
und Einrahmung
im Zusammenklang
mit dem Herbstzeitlosenton
im „Re-
quiescat" vonHammon,

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