http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0413
-ö=4^> MAXIMILIAN DASIO
gen, und doch stehen sie höher,
weil in ihnen Handwerk und
Kunst mit gleicher Kraft zur Geltung
kommen.
Dasio, der Maler, sah sich die
Medaillen eines Pisanello, eines
Dürer, eines Hans Schwarz und
anderer Meister des 15. und
16. Jahrhunderts anders an. Er
sah das Handwerkliche, das Werk
der Hand, er sah was andere nicht
gesehen hatten oder nicht sehen
wollten, daß die Medaillenform
in eben der Größe geschnitten
oder geformt war, in der die metallene
Prägung oder der Guß in
Metall gemacht wurde.
Dasio modelliert also nicht in
Ton oder Wachs, sondern er
schneidet die Originale in der
zeichnung aus „andersen, glockentiefe « « « (verkleinert)
(verlag von fischer & franke, berlin)
anderen Deutschen, wie Paul
Sturm, Georg Römer und Floßmann
, vor allem Maximilian Dasio.
Und wegen der vollen Hingabe
seiner künstlerischen Art, ganz
allein schon durch die außerordentlich
große Zahl (etwa 70)
seiner bisher schon geschaffenen
Medaillen, Plaketten und Münzen
wird gerade Dasio für alle Zeiten
als E r n e ue r e r eines wichtigen
Gebietes unvergessen bleiben.
Warum aber ist Dasio
ein wirklicher Erneuerer
der Medaille? Warum sind
seine Plaketten, Medaillen und
Münzen zweifellos für alle Zeiten
von ungleich höherem historischen
Wert als die kostbaren
Werkchen eines Chapu u. A.?
Dasio ist doch ganz und gar
nicht von Haus aus Bildhauer
wie jene eleganten Medailleure
und Plakettenkünstler. Jene minutiöse
Durchbildung im Relief
fehlt tatsächlich seinen Schöpfun-
378
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0413