Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 386
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0421
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geführt habe. Endlich widmete er sich beim
Maler Anton Wagner der Dekorationsmalerei.

Es ist schon das ein ungewöhnlicher Weg für
einen Akademiker. Er hat nicht Vollgenügen
am Nur-Malen. In allem sucht sein künstlerisches
Schaffen nach „Anwendung". Im
freiesten Sinne des Wortes ist Dasio ein
Meister der angewandten Kunst. Er lernt
das Bildmalen und freut sich, bei den Theaterdekorationen
für das „Deutsche Theater" mitwirken
zu können. Undsein ausgelassener Bacchantenzug
in der Villa Schülein ist Beweis,
wie sicher er sich hier als Meister zeigt im Erfassen
der Aufgabe einer friesartigen Malerei.
Nicht schulmäßig wie andere, lernt er das
Radieren, aber einige glückliche Anweisungen
und energische Versuche lassen ihn nicht
ruhen, bis er leicht und sicher die ganze
Skala der Radiertechnik handhabt. Eine Folge
Radierungen nach der andern erscheint von
ihm seit dem Jahre 1894 bis zum Jahre 1899.
Und dazwischen entsteht in Einzelblättern ein
ganzes großes Oeuvre, das nur eingehend gewürdigt
werden kann. Zu bemerken ist auch
im Radierwerk Dasios, wie es ihm darauf ankommt
, das Hauptsächlichste, die Idee, die
Bildwirkung zu meistern, ihr allein das Frische
zu wahren und alles, was dann zu weiterer
Vollendung andere wohl auch könnten, bei
größerer Sitzruhe, als nebensächlich, weniger
auszuführen.

Auch hier gibt Dasio den Künstlern einen
sehr klaren Hinweis. Als Lehrer der Damenakademie
in München (1896/1900) und dann als
Professor der Kunstgewerbeschule (seit 1900)
hat er gerade durch solche gesunden Gesichtspunkte
beim Unterricht denkbar erfreuliche
Resultate gezeitigt. Sicher wird davon der
Zeichenunterricht an den bayerischen Mittelschulen
viel gewinnen, zu dessen Referent
im obersten Schulrat durch eine höchst glückliche
Verfügung des Kultusministeriums Dasio
kürzlich ernannt wurde.

In den graphischen Künsten betätigte sich
Dasio, seitdem er Lehrer an der Kunstgewerbeschule
in München geworden war, immer
mehr. Auch hier ist nun sein Ingenium ein
glücklicher Führer — ja ein Triumphator
unserer Zeit, der als Vorbild gelten muß!
Von der Radierung ausgehend, kommt er zum
Holzschnitt, Linoleumschnitt und zum Farbenholzschnitt
. Und innerhalb dieser Techniken
findet er jeweils das Stilgemäße. Wie monumental
, wie silhouettenhaft ist sein Schäfer!
Auch hier der Drang zum Stilgemäßen. Mich
erinnert aber abgesehen davon gerade der
Schäfer Dasios im Kompositionellen an Whistler
und durch diesen mittelbar an japanische

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