Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 403
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0438
-*=4^> EIN MODERNES BACKSTEIN-HAUS <ö^^

Ein solches modernes Familienhaus zeigen
die hier beigefügten Abbildungen. Es wurde
erbaut von dem Architekten August Biebricher
für den Crefelder Fabrikanten Walther
von Scheven.

Interessant ist dieses von Scheven'sche Haus
schon durch das verwendete Material; es ist
ganz aus kleinen holländischen Klinkern erbaut
, die mit ihren rhythmisch verlaufenden
weißen Fugen einen hier bei „modernen" Villen
zwar ungewohnten, aber darum nicht weniger
ansprechenden Eindruck machen.*)

Hier am Niederrhein, in unserer fast holländischen
Landschaft, beherrscht die ausgedehnte
horizontale Entwicklung alles Emporstrebende
; hohe, schmale Gebäude kommen
alleinstehend nicht zur Geltung, die großen
horizontalen Linien ziehen alles nieder. In
diese Landschaft mit dem ewig gleichförmigen
Horizont und den langen, geraden Baumreihen
der Straßen paßt sich das von Scheven'sche
Haus mit seiner harmonischen Linienführung
stimmungsvoll ein. Es liegt an der Wilhelms-
hofer Allee hinter hohen Bäumen. Von den
Villen der Nachbarschaft mit ihrem unruhigen

*) Vergl. dazu den Aufsatz von Walter Curt
Behrendt >Backstein als Baumaterial« im Juni-
Heft 1908.

Stil zieht es sich vornehm zurück, als wolle
es nicht mit ihnen zusammen betrachtet werden
. Dadurch gewinnt es auch für seinen
Rosengarten reichliches Licht.

Die weitere Umgebung bilden ausgedehnte
Wiesen mit buntscheckigem Vieh, und der
Crefelder Stadtwald schließt in langer wagerechter
Linie den Horizont ab. Nicht nur
die Silhouette, auch die Farbenstimmung des
Hauses paßt zu der Umgebung; die braunroten
holländischen Klinker mit den weißen
aufgelegten Fugen, die hellen Fenster und die
dazu abgestimmten dunklen Schlagläden ergeben
eine wohltuende Harmonie.
[ ]Für die Aufteilung der Räume waren die
Bedürfnisse der Familie des Bauherrn maßgebend
und nicht die leider so oft notgedrungen
gestellte Frage: „Wie erzielt man
den größten Mietwert?"

Der Grundriß wird bestimmt durch zwei
Räume, die in der Mitte des Hauses die ganze
Breite einnehmen. Der vordere Raum dient
als Empfangshalle und Musikzimmer (Abb.
Seite 406), der hintere, nach Norden liegende,
als Eßzimmer. Beide Räume lassen sich für
festliche Gelegenheiten durch Oeffnen der
großen Schiebetüre zu einem großen Saale
vereinigen. Links von der Halle liegen der


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