Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 465
(PDF, 147 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0502
FRANZ GEHRI

Die Kunst der Radierung beruht auf einer
lebendigen und gepflegten Tradition der
Zeichnung. Sie bedarf als Basis eines hochkultivierten
zeichnerischen Ausdruckes, der
mit dem Ansprüche auftreten kann, das
Wesentliche der Welt in reinen, linear umgesetzten
Lichtwerten abgekürzt wiederzugeben
. Die gewaltigste zeichnerische Potenz
unseres Kulturkreises stellt zweifellos Rem-
brandt dar, der folgerichtig auch sein bedeutendster
Radierer wurde. Während aber
Holland, Frankreich, Belgien heute noch von
Rembrandts grandioser Zeichen tradition zehren
und leben, ist diese Ueberlieferung in Deutschland
oft unterbrochen und verlassen worden,
meist zugunsten irgendwelcher stilistischer
Tendenzen, die die Kunst der Zeichnung zur
Dienerin des Mitteilungsbedürfnisses, der Erzählung
herabgewürdigt haben. Es ist keine
Frage, daß Deutschland auch in neueren
Zeiten große Zeichner besessen hat und besitzt
, Zeichner, die nichtnur geistreiche Skizzen
liefern, sondern die mit Stift und Kohle maßgebende
Darstellungen der Erscheinungen
schaffen. Aber diese Männer waren und sind
einzelne; sie müssen sich ihre Anregungen
vom Auslande holen und stehen nicht einmal
untereinander in Zusammenhang.

Das ist der Grund dafür, daß in Deutschland
auch auf graphischem Gebiete kein rechtes
Leben herrscht. Die Graphik gilt bei uns als
Nebenprodukt. Als Instrument zur Ausprägung
vollgültiger Lebenswerte wird sie nur
in Ausnahmefällen gehandhabt.

Um einen jungen Schweizer Künstler der
deutschen Oeffentlichkeit vorzustellen, wäre

: AS

4 t:-'

xw

___4,

~"~>C^ -t-tv y " „p.---. V;>

FRANZ GEHRI-MÜNCHEN

RADIERUNG

Dekorative Kunst. XII. 10. Juli 1909.

465

59


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0502