Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 493
(PDF, 147 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0530
mZg> ARBEITEN AUS DER KUNSTGEWERBE-SCHULE ZÜRICH <^tp-

/ üunltoemnte«Weum Der Staöt fünft /







pTloDernp iwtöfelnDe üustfeüungen / )(>. Serie

Iruno lOmil tofli



Dom iJ.frbrunrbiB2t.fnni 1908
geöffnrt toglirt) J0 bt» 7 llljr' Ms-
j grfiifjrtf Innrnrmimt / grnprjtftftt,
i Jfrtüf, fllrfoll-ürbeirm rtf. am Örn
Slereinigtrn SDe rfftotttn für Äunfl im
fianDrorrf, fl.4)., lüünrtjfii > Bus»
■ geführte Arbeiten nört) Crttroürfrn
; oonglrofpflorBruno JOnul, Profeffor
JO.Ärügfr, Ih. Ih.ljfinf fh.

I

DiftiK Gonfrn

EINLADUNGSKARTE, DREIFARBIGER BUCHDRUCK

KLASSE: J. KOHLMANN

ARBEITEN AUS DER KUNSTGEWERBE-SCHULE ZÜRICH

Vielgestaltig sind die Aufgaben einer Kunstgewerbeschule
. Sie soll Gewerbekünstler
heranbilden, die in kunstgewerblichen Fabriken
durch die Gediegenheit ihrer Entwürfe
und die Gründlichkeit ihres Nachprüfens die
Erzeugnisse derart beeinflussen, daß sie jeder
Konkurrenz die Spitze bieten können. Sie
soll die Kleinmeister so erziehen, daß ihre
Arbeiten Qualitäten aufweisen, die ihnen
neben den Produkten der Großindustrie
Lebensfähigkeit geben. Sie soll Arbeiter
schaffen, die jeden Entwurf und jedes Modell
mit technischer Vollkommenheit und künstlerischem
Feingefühl auszuführen vermögen.
Und obendrein soll sie noch den Geschmack
der breiten Masse so bilden, daß sie als Abnehmer
wirklich guter Gewerbekunst in Betracht
kommt und allen billigen Schund verabscheut
.

Auf sicheren Wegen strebt die Kunstgewerbeschule
Zürich diesen Zielen nach, seit
sie unter der Leitung
von Julius de Prae-
tere steht. Vor ein
paar Jahren noch befaßte
sie sich hauptsächlich
mit der Heranbildung
junger Damen
zum Aquarell-
und Oelbild; jetzt ist
sie ein wichtiges Ferment
im gewerblichen
und künstlerischen
Leben. Neue Kunstindustrien
bilden sich;
alte erhalten neuen

? i j f

£ \ M GOLDSCHMIED ffl ! |

l I GOID&SimERMR04 j |

| {RINGE-BROSCHENETC j |

äi'Tis

ySSSfrÄ \ffi \ffb IÖ!51© I © IjfiRI <?& Iff&JjftL»£ÖI©iS

LITHOGRAPHIERTE GESCHÄFTSKARTE
KLASSE: J. KOHLMANN

Aufschwung; das Publikum zeigt plötzlich die
regste Anteilnahme an kunstgewerblichen
Fragen und besucht massenhaft und regelmäßig
die Ausstellungen des mit der Schule
verbundenen Museums.

Diese Erfolge kommen daher, daß die
Kunstgewerbeschule Zürich einmal wirklich
einen Stil hat, und daß dieser Stil nichts
von außen dazu Gekommenes ist, sondern
sich mit Naturnotwendigkeit aus den Prinzipien
ergibt, die ihre ganze Arbeitsmethode
leiten. Fast noch überall im deutschen
Kunstgewerbe sehen wir die Folgen davon,
daß es nicht aus dem Handwerk emporgesproßt
ist, sondern hauptsächlich von Malern
künstlerisch aber auch künstlich geschaffen
wurde. Daher die geringe Rücksicht auf die
natürlichste Bearbeitungsart, daher vor allem
das Streben nach Originalität, nach ungesehenen
Formen, Linien, Farbenkombinationen
. Die Schule Praeteres sucht die vernünftige
, ich möchte
sagen die naturnotwendige
Form, und
wenn sich zufällig ergibt
, daß sie schon
einmal gewesen sein
sollte, so würde das
nicht für ein großes
Uebel angesehen.

Dieses Ziel kann sie
nur dadurch erreichen,
daß sie sich als eine
einheitlich geleitete
Gruppe vonLehrwerk-
stätten organisiert hat.

493


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0530