http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0535
ARBEITEN AUS DER
KUNSTGEWERBE-SCHULE ZÜRICH <^=^
Charakter aufweisen und für jeden einzelnen
Gegenstand dem System entsprechen, der
dessen Form und Verhältnisse bestimmt. Vor
allem darf es sich nicht vordrängen, nichts
überwuchern, oder gar die Gesamtform bestimmen
wollen. Die Schönheit des richtig
bearbeiteten Materials soll nie verdeckt werden.
Ausgeschlossen ist also jedes naturalistische
Ornament; es werden weder Vögel noch Insekten
noch Pflanzen stilisiert. Und auch das
wieder ist ein Glück. Denn wer die natura-
BUC HE IN BÄNDE IN LEDER MIT HANDVERGOLDUN
listischen Verzierungen gesehen hat, die die
goldene Mittelmäßigkeit hervorbrachte, auf
die wir aus wirtschaftlichen Gründen doch
immer bei der Gewerbekunst angewiesen sind,
der muß sich sagen, daß diese Trivialität
endlich einmal ein Ende nehmen muß. Der
aus dem Formgefühl in seinen Fingerspitzen
frei und gut schaffende Künstler bleibt ein
seltener Ausnahmefall; und dem Snob, der
schlecht nachahmt und schlechte Nachahmungen
kauft, können wir nur die ver-
UND BLINDDRUCK AUS DER KLASSE J. B. SMITS
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