Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 522
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0559
-sr4sö> NEUZEITLICHE FRIEDHOFSANLAGEN

für den Massenbetrieb erforderlichen Baulichkeiten
, Fahrstraßen etc. in bequemster Weise
herzurichten; mindestens ebenso wichtig erscheint
das ästhetische Erfordernis, die traurige
Eintönigkeit der unerfreulichen Gräberfelder
zu vermeiden und dem Auge die nötige
Abwechslung zu bieten. Wie bei allen
modernen Bauanlagen tritt hierzu die Berücksichtigung
der veränderten Bodenbewertung,
welche eine wesentlich konzentriertere Ausnutzung
, als es früher der Fall war, bedingt.

Der Entwurf einer großen Friedhofsanlage
unterscheidet sich nicht viel von dem eines
Stadtplanes. Wie bei diesem ist neben der
Erfüllung des praktischen Bedürfnisses die
Folge der Räume das Moment, dem man die
größte Aufmerksamkeit schenken muß. Es
kommt nicht nur darauf an, eine in jeder
Beziehung günstige Parzellierung vorzunehmen
, es ist auch wichtig, daß man an
jedem Punkte ein schönes Stadtbild erhält.
Beim Friedhof spricht die Raumfolge eine
nicht minder bedeutende Rolle, nur sind die
Mittel der Raumabgrenzung sehr viel beschränkter
als im Städtebau, wo sie sich von

selbst durch die Häusermassen ergeben. Es
ist daher klar, daß man, wenn irgend möglich,
den für den Friedhofsbetrieb nötigen Gebäuden
einen hervorragenden Platz anweisen und
diesen räumlich bei weitem bedeutsamsten
Massen im Gesamtbilde eine möglichst beherrschende
Stellung geben wird. Das in
der Neuzeit für diese Bauarbeiten aufgestellte
Programm kommt diesem Bestreben wesentlich
entgegen. Man kann sich ja heutzutage
nicht mehr mit einer kleinen Trauerkapelle
als einzigem Friedhofsgebäude begnügen, vielmehr
werden — ganz abgesehen von den vergrößerten
Dimensionen — durch die Hygiene,
sowie seitens der Polizei und der Verwaltung
eine große Anzahl von Baulichkeiten verlangt,
wodurch die Möglichkeit einer beherrschenden
Hauptgruppierung sehr erleichtert wird. An
diese lassen sich verbindende Wandelgänge,
gedeckte Hallen, Terrassen und andere Baulichkeiten
anschließen, welche die dominierende
Wirkung der Hauptgruppe steigern
und zugleich die natürliche Ueberleitung zu
den Gräberfeldern bilden.

Es haben sich nun für die Anlage zwei

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