Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 531
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-^s^> NEUZEITLICHE FRIEDHOFSANLAGEN

GARTENARCH. J. P. GROSSMANN-BERLIN « PROJEKT FÜR DEN CENTRALFRIEDHOF GROSZLICH TER FELDE (vgl. s. 533)

sondern mehr noch durch die Verschiedenartigkeit
der Behandlung eine einheitliche Wirkung
sehr in Frage stellen. Zwar werden die Arten
der Gräber im großen und ganzen meist vorher
bestimmt, so daß in dieser Beziehung
eine Willkür des Publikums ausgeschlossen
ist, doch werden einerseits der besseren Ausnutzbarkeit
wegen doch oft während der Belegungszeit
die ursprünglichen Bestimmungen
umgeworfen, andererseits bleibt für die Ausführung
der einzelnen Grabanlage immer noch
ein genügend großer Spielraum, um durch
ihre Erscheinung das harmonische Aussehen
der Umgebung stark zu gefährden. Und leider
ist bei dem Tiefstande des Geschmackes
unserer Grabdenkmalindustrie sowohl wie des

Publikums die Furcht vor einer solchen Entstellung
der Umgebung nur zu sehr begründet.

Die Ursache für das Scheitern einer großen
Gesamtwirkung ist oft ganz allein in dem
Widerstande der einzelnen Teile zu suchen,
sich dem Ganzen zuliebe unterzuordnen. Der
feine Takt der Zurückhaltung, den unsere
Vorfahren in solchen Dingen besaßen, ist dem
modernen Menschen wie so vieles andere
verloren gegangen. Im Gegenteil macht sich
bei ihm fast immer das Bestreben bemerkbar,
mit seinem Besitz hervorzutreten und den
Nachbarn wenn irgend möglich zu überbieten.
Dazu ist ihm jedes Mittel recht, und da er das
differenzierte Qualitätsgefühl der Vorfahren
nicht mehr besitzt, scheut er sich nicht, sein

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