Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 21. Band.1909
Seite: 70
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VON AUSSTELLUNGEN

l. blauensteiner

kinderbildnis

Glaspalast München 1909

Hausiererkastens geschickt auszunützen verstand,
heute setzt man das als selbstverständlich voraus.
Man verlangt nicht nur Materie, sondern auch Geist
oder zum mindesten Temperament. Warum man
in Deutschland mit dem Franzosen Gaston la
Touche neuerdings so liebäugelt, ist mir unverständlich
. Diese virtuose Dekorationskunst für Boudoirs
, Klubsalons und Nachtcafes vermag uns doch
keine wertvollen Anregungen zu geben. Diesmal
hat er außer dekorativen Werken, ein paar Szenen
vom Maskenball und aus der Oper und einen niedlichen
Durchblick in ein elegantes Badezimmer auch
ein paar Bildchen geschickt, auf denen er das von
Gabriel Max und E. M. Geyger mit so vielem Erfolg
bebaute Gebiet der Parodie auf den Darwinismus
behandelt. Die Szene, wo der Affe als Professor
der Aesthetik seinen Zuhörern die anmutigen Rundungen
eines nackten Mädchens erklärt, hat zum
mindesten ein starkes stoffliches Interesse. Lieber
sind mir die Bilder aus der Bretagne von seinem
Landsmann Le Gout-Gerard, die aber leider in
einem Korridor so aufgehängt sind, daß man sie
schwer genießen kann. Das Erfreulichste in der
diesmaligen Ausstellung sind für mich die Werke
von W. L. Lehmann, eine Anzahl Landschaften aus
dem Gebirge und der Hochebene und Motive aus
Dörfern bei Sonnen- und Mondlicht und in Regenstimmung
. Sie sind weder sehr virtuos noch sehr
eigenartig, aber sie besitzen außer wohltuender

Frische und feiner Farbigkeit etwas, was man bei
den anderen vermißt, wirkliche Liebe zu dem dargestellten
Gegenstand. Sehr überzeugend ist die Sommersonne
auf dem größten gegeben, das im Mittelgrund
eine Talsenkung mit einer kleinen Ortschaft,
vorne Getreidegarben in Wolkenschatten zeigt. Keller
& Reiner befinden sich vorm Umzug; so wird man
an ihre Ausstellungen keine zu großen Anforderungen
stellen. Gegenwärtig zeigen sie duftige Blumenstücke
im Sinne der alten Schule von der Pariserin
L. E. Perman und Aquarelle aus England, Mecklenburg
, Frankreich und Teneriffa in breiter, weicher
Technik von dem Edinburger James Paterson.

Walther Gensel

VON AUSSTELLUNGEN

FRANKFURT. Das große künstlerische Ereignis
*■ dieses Spätsommers ist die thoma-Ausstellung
des Kunstvereins gewesen. Frankfurt hat schon
manche Thoma-Ausstellung gehabt. Diese Ausstellung
wußte ein Neues zu bieten, indem sie den Entwicklungsgang
des Künstlers zu klarer Anschauung
brachte. Zum ersten Male erschien hier der ganz
früheThoma, der Schüler des alten Bernauer Zeichenlehrers
, mit ein paar frischgesehenen, in der Raumwirkung
schon recht beachtenswerten Bildchen. Die
Arbeitender Karlsruher Lehrzeit knüpfen eigentlich

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