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G. FUGEL
DIE BERUFUNG PETRI
Christliche Kunstausstellung Düsseldorf 1909
AUSSTELLUNG FÜR CHRISTLICHE KUNST DÜSSELDORF 1909
Von Prof. Dr. Max Schmid-Aachen
Kunstausstellungen und kein Ende! so
klagen viele. Die Künstler, weil sie mit
immer neuen Hoffnungen sie beschicken und
mit immer neuen Enttäuschungen ihre Werke
zurückerhalten, der Kunstfreund, weil er nicht
mehr weiß, wie er alljährlich alle gebotenen
Gelegenheiten dieser Art absolvieren soll, und
der Kunstreferent, weil er den Zweck dieser
Uebungen schon längst nicht mehr begreift.
Ehedem sprach man noch gerne von ihrem
erzieherischen Werte; heute sind wohl die
meisten sich darin einig, daß der Aufwand
an Geld, Kraft und Zeit nicht im richtigen
Verhältnis zu dem etwa zu erhoffenden pädagogischen
Erfolgen solcher Ausstellungen steht.
Besonders, da ja Auswahl und Anordnung
der Bilder nur ganz ausnahmsweise so erfolgen
, daß wirklich ein bestimmter erziehlicher
Zweck damit deutlich verfolgt wird.
Die Düsseldorfer Ausstellung für christliche
Kunst darf aber diesen Ruhm für sich in
Anspruch nehmen. Sie kommt nicht nur dem
berechtigten und tiefgefühlten Bedürfnisse
einiger Künstler entgegen, die ihre Bilder
verkaufen möchten, sondern auch einem
anderen, ebenso tiefgefühlten Bedürfnisse,
nämlich dem Wunsche einer großen Menge
von Kunstfreunden, sowohl im Klerus, als
auch im profanum vulgus, daß der kirchlichen
Kunst neues Blut zugeführt werden
möge. Allerorten sehen wir fein gebildete
Priester und Laien sich dem Kreis derer
anschließen, die Kunst für das Volk verlangen
und zwar an der Stelle, wo sie am nachhaltigsten
und am eindrucksvollsten geboten
werden kann — im Gotteshaus. Vielleicht
ist es wahr, daß Glaube und Kunst im Grunde
genommen nichts miteinander gemein haben,
daß „selig sind, die da nicht sehen und doch
glauben". Aber wo wäre denn Kunst überhaupt
ein ganz Unentbehrliches? etwa in der
Schule? da zerstreut sie die Aufmerksamkeit.
Die Kunst für Alle XXV. 4. 15. November 1909
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