Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 21. Band.1909
Seite: 76
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AUSSTELLUNG FÜR CHRISTLICHE KUNST DUSSELDORF 1909

saal. Doch haben auch einzelne Künstlergruppen
die Ausschmückung ihrer Räume
selbst übernommen. So der Dresdener Werkbund
, dessen Raum ausklingt in einem altarartigen
Aufbau, den eine Christusstatue von
Wrba bekrönt. Im Anschluß daran hat eine
kleine Gruppe von Aachener Künstlern durch
den Architekten Felix
sich ein paar
bescheidene, aber
sehr stimmungsvolle
Räume geschaffen
. Die mit
verde antico verkleidete
, mit einer
zarten Stuckdecke
abgeschlossene Kapelle
mit dem warm-
tönigen Glas fenster
von Krahforst
wirkt still und vornehm
. Den Vorraum
beherrschen
vorwiegend die
Skulpturen von C.
Burger undSTREi-

cher.

Mit besonderer
Liebe sind die
Säle des Deutschen
Werkbundes durch
W.Lauweriks ausgestattet
worden,
der durch originelle
Raumbildungen
und strenge
Durchführung der
primitivsten geometrischen
Ornamentierung
sich
den Ruf eines Hypermodernen
erringen
möchte. Ergeht
von dem richtigen
Prinzip aus, daß
die ausgestellten
Kunstwerke zu einheitlicher
Raumwirkung
zusammengestimmt werden müssen.
Leider führt er aber diesen guten Gedanken
selbst ad absurdum, indem er schließlich seine
„Raumkunst" zur Hauptsache, die Ausstellungsobjekte
aber zur Nebensache macht. Den
größten Ausstellungssaal zerteilt er in acht
je 4 m breite Kabinette, läuger'sche Keramik
setzt er in einen künstlich verdunkelten

HANS DAMMANN GRABDENKMAL

Christliche Kunstausstellung Düsseldorf 1909

Durchgangsraum, die Bilder von Maurice Denis
klemmt er zwischen meterhohe Ornamentquadrate
. Der Wertschätzung der modernen
Bestrebungen hat er damit gewiß keinen Dienst
geleistet. Immerhin hat solche gesuchte Originalität
mehr Reiz als die zahme Stilgerechtigkeit
der guten alten Richtung, wie sie in Düsseldorf
leider noch
vielfach herrscht.
Wie diese „historischen
Formen"
selbständig umgebildet
, und zu
neuen Effekten geschickt
verwendet
werden können, hat
Kreis in seiner
Friedhofanlage gezeigt
. Er geht von
einem kräftigen,
wuchtigen Barock
aus, dem er aber
eine so ausgesprochen
persönliche
Note gibt, daß es
durch keine kunstgeschichtliche
Formel
definiert werdenkönnte
. Auf beschränktem
Räume
erzielt er damit die
denkbar größte
Wirkung. Da ist
alles zwar malerisch
empfunden,
aber doch architektonisch
fest gegliedert
. Friedhof, Erbbegräbnis
, Urnenhalle
und Kapelle
sind auf dem kleinen
Terrain mit
Meisterhand gruppiert
unddasGanze
zu eindrucksvoller
Silhouette abgerundet
. Besonders
gelungen ist die
Urnenhalle, mit ihrer elegischen Stimmung
und ihren monumentalen Graburnen.

Architektur und Kunstgewerbe kommen in
Düsseldorf überhaupt weit mehr zur Geltung,
als sonst auf Kunstausstellungen. Kaum ein
Saal, in dem nicht Architekturentwürfe und
Modelle sich fänden. Dazu noch im Obergeschoß
eine Sondergruppe für Baukunst.

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