Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 21. Band.1909
Seite: 106
(PDF, 181 MB)
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DIE GALERIE SCHACK IN MÜNCHEN

großen Künstlern zum Gedächtnis." In seiner
Eröffnungsrede sagte der Kaiser u. a.: „Die
Sammlung sei zugleich dem Besucher ein Maßstab
für die Beurteilung der jetzigen Kunst; sie
zeigt, daß der Künstler die schöne Aufgabe hat,
nicht nur die Vorkommnisse des täglichen Le-

Die spezifische Färbung der in der Galerie
versammelten Künstlercharaktere und Schacks
eigenes Schönheits- und Kunstideal umschreiben
diese Worte sehr gut, und ist unsere
moderne Kunst mit ihren neuen selbstgeschriebenen
ästhetischen Gesetzen inzwischen

MORIZ VON SCHWIND

DIE HOCHZEITSREISE

Schackgalerie, München

bens in zum Teil drastischer, sensationeller und
abstoßender Form zur Darstellung zu bringen,
sondern vielmehr unter dem Einfluß der Aesthe-
tik mit reinem Sinn, in vornehmer Auffassung,
die Flamme des Ideals in der Brust, seine Zeitgenossen
über die Misere des alltäglichen Lebens
emporzuheben und das Schönheitsgefühl
des Volkes zu pflegen und zu stärken."

auch auf andere Bahnen gegangen, so wollen
wir doch keinesfalls die geheiligten Traditionen
einer älteren Kunst unterschätzen und uns
auch fürderhin der Schackgalerie, ihrer Meister
und Werke, aus ganzem Herzen erfreuen.
Der Genius aber, der in dem alten Hause
segensreich gewaltet, möge der Sammlung
auch in ihrem neuen Heime treu bleiben!

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