Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 21. Band.1909
Seite: 114
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GEDANKEN ÜBER KUNST

ARNOLD BÖCKLIN

GANG NACH EMMAUS

Schackgalerie, München

klang der Töne — und das alles mit einem
scheinbar angeborenen Sinn für Einfachheit
und Ruhe und Stille. Gewiß ein Blagueur,
auch ein Blagueur, dem es eine gefährliche
und nervöse Freude machte, sein Publikum
in die Irre zu führen — vielleicht auch seine
Geschichtsschreiber? — aber hinter dieser
Salonmaske stak doch ein ganzer Kerl, ein
eleganter Fechter, ein ganz großes Können
und die höchste künstlerische Kultur. Steht
man nicht vielleicht doch nur im Vorhof seiner
Kunst, wenn man nur den Farceur, den
Taschenspieler, den Kunstgewerblersehenwill?

Die Schule von Barbizon und Whistler —■
das sind die beiden Brennpunkte für die große
Ellipse, die jetzt die Entwicklung der neueren
amerikanischen Landschaftsmalerei beschreibt
— auch heute noch. Es ist seltsam, wie gering
im Grunde der Einfluß der französischen
Impressionisten war im Verhältnis zu der Bewunderung
, die dort vor allem Claude Monet
gefunden, zumal nach der glänzenden Kollektivausstellung
, die die Copley-Society in Boston
vor ein paar Jahren von ihm veranstaltete.
Und so führt uns auch die Kunst der größten

Landschafter, die heute Amerika hat, von
Twachtman und Ochtman, von Dewey und Metealf
, von Tryon und Dabo immer wieder auf
diese beiden Pole und Ausgangspunkte zurück.

GEDANKEN ÜBER KUNST

Es ist eine wehmütige Empfindung, die mich beschleicht
, indem ich das letzte Gemälde, die Kopie
nach Correggio, in meiner Galerie aufhänge. Denn
die Bildung dieser Sammlung hat die Mußestunden
von 24 Jahren ausgefüllt, indem ich mit den Künstlern
die Sorge um das Gelingen ihrer Werke, sowie
die Freude über die glücklich vollendeten teilte. Doch
verbindet sich damit auch ein Gefühl der Befriedigung
, wenn ich auf diese Periode zurückblicke. Infolge
der herzlichen Verachtung, die ich von jeher,
in Kunst und Literatur, gegen die Tagesmode gehegt,
traf ich meine Auswahl stets im entschiedensten
Gegensatz gegen dieselbe und habe mein Prinzip
als das richtige bestätigt gefunden; denn während
die von mir gewählten Kunstwerke sich, wenn auch
nur langsam und in engen Kreisen, den Weg zu
dauernder Anerkennung bahnen, habe ich den Modegeschmack
mit den von ihm verhätschelten Produkten
seitdem schon mehrmals Bankerott machen sehen . ..
Die Hoffnung, daß mit dem neuen Deutschen Reiche
eine Periode frischen geistigen Lebens anbrechen

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