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ALBERT WELTI
regt durch den Burenkrieg — weit- und
geschichtsphilosophische Betrachtung in ein
künstlerisches Bild voll klarer Anschaulichkeit
umgesetzt! Ein Blatt wie „Mondnacht"
(1896) klingt wie eine süße, reine Melodie
auf die Sehnsucht aus dem himmlischsten
und keuschesten Herzen. ■— Aber die Graphik
Weltis bedürfte einer großen und speziellen
Abhandlung, um ihr Bedeutendes im Künstlerischen
und Inhaltlichen voll aufzuweisen.
Nur mit einem kurzen Hinweis auch auf
die rein sachliche Behandlung des Gegenstandes
, wo dieser es verlangt, darf das radierte
„Porträt" berührt werden. Welti hat eine
Anzahl Blätter auf diesem Gebiet geschaffen,
— der Mulatte, groß und klein (1894), Selbstbildnis
(1887), Schwiegervater und Rose-
Doehlau (1893), Mutter und Kind (1897), Karte
von Bern (1908). — Kenner und Liebhaber
haben Schätze im Besitze dieser Blätter.
Alle diese Vielfältigkeit künstlerischer Betätigung
wäre undenkbar, wenn Welti, trotz
Anregungen und Einwirkungen von außen her,
nicht seine Welt in sich getragen und entwickelt
hätte. Der Künstler eine Welt für
sich: das ist das Entscheidende in der Kunst.
Aber diese Welt muß sich, ungeängstigt und
unbeirrt von Theorien und Kritiken, unangefochten
von Velleitäten, die außerhalb der
künstlerischen Sphäre liegen, entwickeln und
aussprechen können. Weltis Natur ist frei
und stark genug, sich von solchen Einflüssen
frei zu halten. Sein Schöpfergeist ist reich
und gestaltungskräftiggenug, der Rezepte nicht
zu bedürfen. Sein ästhetischer Instinkt ist
sicher und seine menschliche und künstlerische
Bildung solid genug, um auch in Zukunft
durch nichts beirrt den Weg einzuhalten,
den die Liebe zur Kunst ihm vorzeichnet.
Was ihm an Romantischem, Phantastischem,
meinetwegen auch Wunderlichem beigegeben
ist, verwirrt und mißleitet ihn nicht. Es ist ein
ehrliches und gutes Erbe seines Stammes.
Es ist eminent deutsch.
ALBERT WELTI
GEBURTSANZEIGE (RADIERUNG)
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