Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 21. Band.1909
Seite: 235
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VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

anders zorn

pvÜSSELDORF. Eine Kollektiv-Ausstellung von Pro-
fessor Eugen Kampf in der städtischen Kunsthalle
zeigt diesen bedeutenden Landschaftskünstler auf
der Höhe seines Schaffens, aber keineswegs als
einen jener „Fertigen", die die Früchte ihrer bisherigen
ernsten Arbeit nunmehr möglichst mühelos
einzuheimsen bestrebt sind. Er hat sein Repertoire
wesentlich erweitert, und neben den bekannten
elegischen Motiven mit ihren oft dramatisch
bewegten Wolkenstimmungen bringt er jetzt eine
Reihe heiterer, sonniger Vorwürfe, in denen er,
ohne die Bildwirkung je aus dem Auge zu verlieren
, größerer Intimität nachstrebt und zugleich
eine angenehm auffallende Frische der Farbengebung
zeigt. Seine „große Düne" mit dem interessanten
Lichterspiel, ein sonniges Gartenbild von starker
Raumwirkung, ein prachtvoll farbiges „Stilleben im
Grase", sowie einige lustige Motive bei blauer Luft
aus der Gegend von Nieuport lassen deutlich den
Beginn einer neuen Periode in des Künstlers Entwicklung
erkennen. g. howe

l/'ARLSRUHE. Kunstverein. Nach der großen
Thoma-Ausstellung kommen nun wieder die
wöchentlichen Kollektionen und Einzelwerke zur Ausstellung
. F. OsswALD-München bringt streng naturalistisch
aufgefaßte Landschaften, unter denen besonders
die Schneebilder durch ihre feine Stimmung
hervorragen; auch die bekanntenKünstler H.v.Hayek-
Dachau und Hermann Urban sind durch gute Landschaften
bestens vertreten, ebenso Arthur Illies-
Hamburg mit einem sehr sonnigen, frischen »Spaziergang
an der Alster« und Wilh. Trübner mit
einer großen Kollektion seiner neuesten Arbeiten:

bei der arbeit

Porträts und Motive vom Ufer des Starnberger Sees
in der bekannten wuchtigen und großzügigen, hier
bisweilen fast schon etwas starren Auffassung seiner
letzten Schaffensperiode. Der Hauptanziehungspunkt
der diesmaligen Ausstellung ist offenbar die große
Kollektion von Walter Georgi, der vor kurzem
an Stelle des leider verstorbenen Schmid-Reutte
an die hiesige Akademie berufen wurde. Der hochbegabte
Künstler ist bekanntlich ein hervorragendes
Mitglied der Münchner >Scholle< und zeigt auch
die charakteristischen, typischen Eigenschaften und
Vorzüge dieser renommierten Künstlerverbindung
in reichem Maße, so das frische, farbensatte Kolorit
und die vielseitige, auf realistischer Basis sich aufbauende
Gestaltungs- und Schaffenskraft mit der
ausgesprochenen Absicht stark dekorativer Wirkung.
Seine Werke sind von feinstgestimmtem, reizvollem
Kolorit und auch in zeichnerischer Hinsicht sehr
tüchtig, besonders interessant und lebensvoll sind
die in Aquarelltechnik flott dargestellten Städteprospekte
und Marktszenen. — Weniger erfreulich sind
die mitunter recht grellen, stark beleuchteten Farbensymphonien
von Hans unger-Dresden, denen bei
vielem Gemachten und Aeußerlichen doch ein stark
dekorativer Zug innewohnt, den auch die großen
illustrativen Figurenbilder von Alb. Weise-Stuttgart
zeigen. Vortrefflich in koloristischer Beziehung
sind die stark impressionistisch aufgefaßten, großen
Soldatenbilder von Prof. Fehr, der auch als brillanter
Kopist von Velasquez bekannt ist. Unter den
jüngeren hiesigen Künstlern ragen derThomaschüler
Aug. Gebhard, der F. Kellerschüler H. Brünner
und ganz besonders der begabte Zeichner und Radierer
Willi Münch besonders hervor.

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