Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 21. Band.1909
Seite: 246
(PDF, 181 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_21_1909/0293
HUGO VON HABERMANN

HUGO VON HABERMANN

BILDNIS VON FRÄULEIN H

Nacht sich abheben und von unten die Inschrifttafel
, von oben der Kometenschweif als
Balance sich einschieben — darüber der
Sterne sprühendes Funkeln, das wie ein
himmlischer Konfettiregen herabstiebt.

Im „Panama" reizte es den Künstler,
dieses Ausländers federleichtes Wesen
festzuhalten. Der Hut wurde noch leichter
, als er es in Wirklichkeit ist, ohne
daß er in seinem Stoff entwirklicht wäre;
ja er trägt sogar die charakteristische
Struktur mit allen Zufälligkeiten der
Handarbeit.

Auch in dem „Bildnis mit lila Hut"
interessiert Habermann mehr als der
Kopf die Kopfbedeckung und wie ein
solcher Aufputz sitzt.

In dem großen „Pastellbildnis" einer
jungen Dame (Abb. geg. S. 241) liegt der
Schwerpunkt wohl auf dem Porträt, allein
Habermann läßt sich das nicht und nie
genügen. So hat er hier zum Weiß und
Lila der Toilette gelbliche Felle gefügt
und das Ganze auf den lichtfrohen, leichten
Scharm einer boudoirartigen Stimmung
gebracht. Damit es aber an der
Leichtigkeit seiner hellen Töne nicht
zerfließe, läßt er nach oben einen kraftvollen
Spiegelrahmen einschneiden,
der mit dem Hut eine abschließende
Kurve bildet. Die Trockenheit des
Pastellstiftes und das wollig Faserige
seines Striches wählt er, um den fiedri-
gen Eindruck der Felle, Pelze und der
Straußenfeder aus verwandten Material
erstehen zu lassen. Nur die
souveräne Beherrschung aller Mittel,
ein absoluter Geschmack und eine
hochentwickelte künstlerische Kultur
schaffen dergleichen so mühelos
selbstverständlich.

Wie sich Habermanns Technik immer
mehr vereinfacht, zeigen besonders
anschaulich seine Porträts. Welcher
Fortschritt liegt zwischen jenem
des „Grafen O.", des „Herrn S." und
der „Frau Geheimrat B.". Jedesmal
ist die schlichte wahre Auffassung
und Darstellung das hervorragende
Merkmal der künstlerischen Arbeit.
Wie weit aber hierin die Einfachheit
des Vortrages noch gesteigert werden
kann, veranschaulichen gerade die
beiden letzteren Bildnisse. Ist dort das
Endresultat das Ergebnis zahlreicher
Uebermalungen, so sitzt hier (Abb.
S. 251) von Anfang an alles an seinem Platz,
in breiter, sicherer Pinselführung, die mit der

HUGO VON HABERMANN

WEIBLICHER KOPF

246


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_21_1909/0293