Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 21. Band.1909
Seite: 288
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VON AUSSTELLUNGEN PERSONAL-NACHRICHTEN

1

Barwig seine Art der bald scharf kantigen, bald
grotesken Holzschnitzereien in zwei Bronzeplastiken,
einer Gemse und einer Hirschkuh, zugunsten feinfühlig
naturwahrer Modellierung, und Oskar Laske
geht von Holzschnitten, in denen sich das strengere
Fühlen des Architekten noch merken läßt, zum lebhaften
Aquarellieren über. Ganz und gar der koloristischen
Bezwingung der Natur ist L. F. Graf ergeben
, der in der Differenzierung seines Sehens
diesmal besonders in einer Landschaft vom Garda-
see und einer Porträtstudie in vollem Sonnenlicht
überzeugend wirkt. Die miniaturhafte Feinmalerei
von Walter Hampel entfaltet in einigen Interieurszenen
ihren persönlichen Reiz, Ferdinand Michl
fesselt diesmal mehr durch seine Wiener Oelstudien
als durch die Radierungen. Hugo Baar ist seinen
Beskiden im Schnee getreu, Adolf Gross bringt
resolute Ansichten aus Schloß Purgstall. In den
wie immer reich beschickten Kabinetten der Graphik
sind als neue Erscheinungen die Holzschnitte von
Martha Hofrichter und Radierungen von den
Tschechen Koniezny und JiLOWSKYhervorzuheben,
deren Landsmann F. Simon (Paris) mit Radierungen
von bekannter hoher Qualität vertreten ist. An
Debütanten, zum mindesten sind sie es in diesen
Räumen, fehlt es nicht: die Damen Sidonie Springer
und J. Stretti-Zamponi (Prag), dann Armin
Horowitz und R. Hirschenhauser sind zu
nennen; fesselnder sind Wilhelm Trenkler, durch
dessen Unbeholfenheit sich ein eigentümlicher koloristischer
Wille ringt, und Lino Vesco, der trotz
den Ungleichheiten etwas Tüchtiges erwarten läßt.
Ueber den >Bund
zeichnender Künstler
in München*, ist
hier nichts mehr zu
sagen, denn Ernst
Liebermann, Krei-
dolf, staschus,
Welti, Neuenborn
u. a. m. sind
in ihren charakteristischen
Leistungen
genugsam bekannt.
— Bei Heller hat
eine Kollektivausstellung
von Lovis
Corinth, die Oel-
gemälde und vielerlei
Graphisches umfaßte
, uns das Draufgängerische
oder
doch ungebändigt
Losgelassene dieses
um keinerlei Gefälligkeiten
bekümmerten
Talents wieder
einmal bestätigt;
gar die Lithographien
mit dem Thema
>Judith und Ho-
lofernes* und radierte
Blätter aus der
Mappe >Tragikomö-
dien< möchte man,
in einigen Stücken,
als raffiniert barbarisch
bezeichnen.
Davon stachen die

Plastiken von Elsa pierre danloux

M1

Köveshazi-Kalmar umso wohltuender ab. Ihre
Bronze-Figürchen sind bei aller Bewegtheit, eines
siegflehenden Moses und ekstatischer Tänzer, doch
schmiegsam gezügelt und technisch ebenso vollendet
wie ein niedliches Köpfchen aus Fayence; daß die
junge Künstlerin auch seelisch zu individualisieren
vermag, geht aus der geistreich in Flächen facettierten
Porträtbüste von Josef Kainz hervor. — Im Salon
Pisko hat der in Graz tätige Leo Diet einen umfassenden
Rechenschaftsbericht abgelegt. Mit Farben
und zeichnerisch sucht er jedem mit diesen Mitteln
zu bewältigenden Thema beizukommen. Der merkwürdige
Zickzackweg seines Lebens ist auch in der
künstlerischen Entwicklung des aus dem Soldatenstande
hervorgegangenen Malers zu spüren, dem
der Orient und die Pariser Ateliers und allerhand
Theorien, zu denen ihn sein Lehrberuf führte,
gleich vertraut sind. Karl m. Kuzmany

PERSONAL-NACHRICHTEN

DERLIN. Der Maler und Graphiker Martin Hoe-
nemann ist zum Professor ernannt worden.

t>ERLIN. Professor Hugo Lederer, der bekannte
*^ Bildhauer,hat nunmehr den vor einiger Zeit an ihn
ergangenen Ruf an die Wiener Akademie abgelehnt.

1/'ASSEL. Der seit dem Rücktritt von Geheimrat
Eisenmann erledigte Direktorposten an der Kgl.
Gemäldegalerie in Kassel ist nunmehr dem Kunsthistoriker
Dr. Georg Gronau, der seit einer Reihe
von Jahren in Florenz lebt, übertragen worden.

ÜNCHEN.Zum
Nachfolger des
verstorbenen Konservators
und Restaurators
der Kgl.
Aelteren Pinakothek
, Prof. A. Hauser
, ist der Restaurator
Emil Kinkelin
ernannt worden.

MÜNCHEN. Als
Nachfolger von
Professor Maximilian
Dasio, der als
Regierungsratin das
Kultusministerium
berufen wurde, ist
der bekannte Maler
Robert Engels
zum Lehrer an der
Münchner Kunstgewerbeschule
ernannt
worden.

YWEIMAR. Der
" Großherzog
von Sachsen-Weimar
verlieh dem Maler
Franz Bunke
den Professortitel.

KÖNIGSBERG
i. Pr. Der Maler
Richard Pfeiffer
in München ist als
Lehrer an die Kunstakademie
in Königsberg
i. Pr. berufen
mlle duthe de l'opera worden.

Redaktionsschluß: 8. Februar 1910 Ausgabe: 24. Februar 1910

Herausgeber: F.Schwartz. Für die Redaktion verantwortlich : P. Kirchgraber. — Druck und Verlag von F. Bruckmann A.-G.

Sämtlich in München


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