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DIE ZWANZIGSTE AUSSTELLUNG DER BERLINER SECESSION
ULRICH HUBNER
HAMBURGER HAFEN
XX. Ausstellung der Berliner Secession
die Gestalten Edvard Münchs ganz in der
Fläche. Seine zwei Krankenpflegerinnen, Mädchen
in scheinbar einfachsten Verrichtungen,
sind ganz inneres, seelisches Erlebnis, wo
Hodlers Menschen ganz äußere, körperliche
Bewegung sind. Wieviel aber diese zarte
Innerlichkeit der Munchschen Kunst bedeutet,
kann man an dem Gegensatz zu einem Bilde
Kalckreuths ermessen, das in unmittelbarer
Nähe hängt (Abb. S. 445). Auch dieses stellt
eine Krankenstube dar, mit viel mehr Einzelschilderung
, mit liebevollem Eingehen auf das
Detail, den Innenraum, das versorgte Antlitz
der nähenden Frau, aber das alles ersetzt nicht
jene — man möchte sagen — metaphysische
Ausdruckstiefe, die Münchs eigensten Besitz
bedeutet.
Den Berliner Landschaftern fehlt seit Leisti-
kows Tode der anerkannte Führer. Unter den
älteren Künstlern tritt Ulrich Hübner, der
diesmal vor allem einige wohlgelungene Hamburger
Hafenansichten ausstellt (Abb. S. 440),
nun mehr in den Vordergrund, unter den Jüngeren
Theo von Brockhusen, der in dem
großen Gutshof in Seelow seine bisher reifste
Arbeit zeigt. Gut ist auch Richard Dreher
diesmal vertreten, dessen Gartenbild sichere
Zeichnung mit einer schönen, sonnigen Farbigkeit
vereinigt. Waldemar Rösler zeigt Frühlingslandschaften
in seiner bekannten Art, einer
feinen Tonigkeit in Grau und Grün (Abb. S. 452).
Weniger glücklich ist ein figürliches Bild der
heiligen Familie. Philipp Franck macht den
Versuch, dem noch immer so wenig behandelten
Berliner Stadtbild malerische Seiten abzugewinnen
(Abb. S. 436), ohne doch die besondere
farbige Note zu finden. Fritz Osswald
gibt eine einfache, sympathische Ansicht des
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