Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 21. Band.1909
Seite: 476
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_21_1909/0551
VON AUSSTELLUNGEN

dessen zu schaffen, was die Anstalt seit ihrer Begründung
durch den Großherzog Karl Alexander anstrebte
und erreichte, ist in erfreulicher Weise zutage
getreten. Den Gesamteindruck darf man in die
Worte zusammenfassen: in Weimar wurde zu allen
Zeiten nur eine ehrliche Kunst mit Ernst gepflegt
und mit hervorragendem Erfolg gefördert. Namen,
wie Liebermann, Kalckreuth, Buchholz, Gleichen-
Russwurm, Gussow u. a., die aus der Anstalt hervorgegangen
, zum Teil auch an ihr gelehrt haben,
beweisen wohl am besten, welche Bedeutung der
Kunstschule als Pflegestätte deutscher Kunst beizumessen
ist. Sehen wir uns die Ausstellung genauer
an, so finden wir die Namen zweier Künstler, welche
vor allen anderen auf die Entwicklung der Kunstschule
ihren Einfluß ausübten. Nicht nur weil sie
mit ihrem reichen Können ein hervorragendes
Lehrtalent verbinden, sondern auch weil es ihnen vergönnt
war, jahrzehntelang ihren fördernden Einfluß
geltend zu machen: es sind Theodor Hagen und
MaxThedy. Man betrachte die Werke ihrer Schüler,
die zu selbständigen Künstlern heranreiften : nirgends
wurde das >Ich< unterdrückt, überall tritt die Persönlichkeit
des einzelnen offenkundig zutage. Das
ist das Höchste, was ein Lehrer erreichen kann,
das Höchste, was die Kunstschule anstrebt: freie
geistige Entwicklung! Nach diesem Grundsatz haben
auch die übrigen in der Ausstellung vertretenen
Kräfte gewirkt, die einen kleineren aber nicht minderwertigeren
Kreis von Schülern um sich versammelten
: Lenbach, Böcklin, Pohle, Brendel, Gussow,
Struys, Kalckreuth und Frithjof Smith ; und endlich
die neuesten im Lehramte: Olde, von Hofmann,

Sascha Schneider, Modersen und Melchers. Die aus
der Anstalt hervorgegangenen Künstler aber, deren
Namen wir hier nicht einzeln aufführen können,
dürfen sich sagen, daß sie alle zur würdigsten
Repräsentation der Großherzoglich Sächsischen
Kunstschule beigetragen haben.

'W/'IEN. Bei Miethke hat man den Namensvetter eines
Jungschweizer Malers, den in Florenz tätigen
Augusto Giacometti kennen gelernt, der, ungleich
jenem Anhänger einer grell realistischen Darstellungsweise
, um einen dekorativen Stil auf Grund
des Pointiiiismus bemüht ist. Bald symbolisierend,
bald nach einem gegebenen Thema, das er zumeist
C. F. Meyers Roman »Jürg Jenatsch« entnimmt, in
der Rolle eines Erzählers fügt Giacometti seine lakonischen
Gestalten und ist dem Ziel wohl am
nächsten dort, wo er sein Motto >la vera pittura
per P eternitä essere il mosaico« befolgt. Die farbigen
Holzschnitte von Carl Moser (Bozen) zeigen ihn
uns noch vervollkommt, denn er hat nun seine
Individualität durchgesetzt, ohne mit den Japanern
und den modernen Franzosen, deren Schule offensichtlich
in einigen Blättern zutage tritt, mehr gemeinsam
zu haben, als die meisterhafte Technik und die
Problemstellung, die seine bretonischen und Tiroler
Typen zu Leckerbissen der farbigen Graphik macht. —
Im Kunstsalon Heller sind auf Orlik zwei abseits
gewordene, oder werdende, junge Künstler gefolgt.
Felix Kraus lebt schon seit Jahren in dem Gebirgstal
von Filzmoos, mit allen den Zeichnungen
und den zarten, wie nur hingewischten Holzschnitten,
die er hier zum erstenmal zeigt — die Secession

hans adolf bühler

Sommerausstellung der Münchner Secession

hiob

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