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EDELMETALLARBEITEN VON PAUL HAUSTEIN
fügung standen,
Gelegenheit, sich
noch weiter in allen
Techniken zu vervollkommnen
.
Quillt auch seine
Ornamentik immer
noch gleich froh
und stark wie in
den ersten Jahren,
so wurden seine
Schöpfungen doch
nun insgesamt ruhiger
und abgeklärter
. Zum Besten,
was er in Stuttgart
schuf, gehören die
Innenräume des
Hauses Barth in
Ludwigsburg mit
ihren gut proportionierten
Möbeln,
ihren prächtigen
Ton- und Zinngefäßen
und ihren
schönen, trotz der
Fülle des zierlichsten
Ornamentes
klar komponierten
Stuckdecken und
-Friesen. In ähnlicher
Weise wie
die Zimmer dieses
Hauses hat Haustein
neuerlich
einen Saal der Stuttgarter
Gemäldegalerie
ausgestattet
. Mit schönen
Verglasungen überraschte
er in der
Villa Kommerell in Höfen an der Enz. Auch
als Buchkünstler hat er nicht nachgelassen.
Eine neue Arbeit sieht man hier in der
handgemalten Adresse für Professor Kronecker
in Bern; die reiche Rankeneinfassung
ist bei aller Lebhaftigkeit doch gut gegliedert
.
Hausteins Haupttätigkeit aber war in den
letzten Jahren der Edelschmiedekunst gewidmet
, deren Lehre ihm ja an den Lehr- und Versuchswerkstätten
vor allem obliegt. Zunächst
übertrug ihm die Silberwarenmanufaktur Peter
Bruckmann in Heilbronn eine Reihe prächtiger
Arbeiten, z. B. die Fertigung eines
schlanken Pokales, eines achteckigen Silber-
halsschmuck, ausgeführt in schildpatt, silber und
elfenbein mit steinen und email
kästchens mit zeltartigem
Deckel,
einer großen Schale
auf reich durchbrochenen
Füßen;
da konnte er seiner
Phantasie den
reichsten Spielraum
gewähren.
An diesen Werken,
die zwar einfach im
Umriß, doch überreich
im Schmuck
sind, hat sich sein
seltsames, halb naturalistisches
, halb
abstraktes, aber
vorzüglich füllendes
Rankenornament
ausgebildet,
das fast sämtliche
hier abgebildete
Arbeiten zeigen.
Es sind nicht gerade
die unkompliziertesten
Formen.
So einfach Haustein
im Notfall sein
kann, so besinnt er
sich doch keinen
Augenblick die
Möglichkeiten seiner
Technik, die
er aufs gründlichste
beherrscht,
bis zur äußersten
Grenze auszunutzen
.
Es ist das gute
Recht des Kunst-
gewerblers, sich
im Ornamentalen keine zu engen Fesseln
aufzuerlegen. Ist die Freiheit mit so viel Geschmack
und Eleganz gepaart, wie in diesen
Silberschmiedearbeiten, deren Abbildung nur
den Formenreichtum andeuten, keine Vorstellung
von der wundervollen Harmonie der
Farben des Silbers und der leuchtenden Edelsteine
gewähren kann, so bleibt nur der
Wunsch übrig, es möchte dieses seltene Talent
auf das sorgsamste gepflegt werden.
Unser Qualitätsgefühl ist in Deutschland, gottlob
, so sehr im Wachsen begriffen, daß es
an Liebhabern der köstlichen Stücke nicht
fehlen wird.
Julius Baum
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