http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_22_1910/0078
JOHANN VINCENZ CISSARZ
DIE STRAND PASSAGE VON WYK-FÖHR (ÖLGEMÄLDE)
Gesund möchte ich sie nennen
, denn sie steht auf der
Mitte zwischen der forcierten
Robustheit mancher
Franzosen und der phantastischen
Verzärtelung derer
um und nach Beardsley. Es
ist eine interessante Tatsache
, daß Cissarz einer der
wenigen jungen Deutschen
ist, die nicht durch die modernen
Witzblätter entdeckt
wurden, daß er vielmehr für
die Oeffentlichkeit auf dem
Gebiet debütierte, dem er
dauernd und führend angehören
sollte, wobei hier kurz
gestreift sei, daß dieser Erfolg
weder in der Richtung
der akademischen Ausbildung
des Künstlers begründet
, noch in seinem eigenen
Lebensplan vorbereitet war.
Auch über die rein illustrativen
Zwecke hinaus gehört
der Graphik ein gut Teil
der heutigen Arbeit
des Künstlers an, ja, er
spricht sich mit Vorliebe
in Zeichnungen
aus, die in Bezug auf
Gehalt und Maß das
dieser Gattung übliche
weit überschreiten. Da
ist z. B. eine Federzeichnung
„Kircheninneres
" mit interessanten
Verkürzungen
, deren Natürlichkeit
aus freier Hand
floß; mit einigem wenigen
Bei werk ist diese
gewaltige Raumwirkung
, ein befreiendes
Hochtragen und Wölben
gegeben. Oder er
schildert eine „Föhre-
rin" im Festgewand;
die vielen zierlichen
und eleganten Einzelheiten
der blinkenden
Ketten am breiten
Brustband, der seidigen
Fransen an Kopf-
und Brusttuch sind
MEERESSTILLE (ZEICHNUNG)
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