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KLEINE WOHNHAUSER
yeit einigen Jahren bereisen
englische Studienkommissionen
Deutschland, um Erfahrungen
über Städtebau und Stadterweiterungen
zu sammeln. Man hat
englischerseits keineswegs mit
der größten Anerkennung deutschen Stadterweiterungen
gegenüber gekargt, indes ist
dabei doch die schwache Seite des Wohnungswesens
dem Scharfblicke der britischen Besucher
nicht entgangen. Z. B. wird das Urteil
eines anerkannten deutschen Fachmannes wiedergegeben
:---Der Preis, den wir dafür
bezahlen, die schönsten Stadtanlagen zu besitzen
, ist die Zerstörung des Heims. Hohe
Bodenpreise, hohe Mieten, hohe Steuern machen
es anscheinend unmöglich,*) Kleinwohn-
*) Ueberall trifft dies nicht zu. Wo, wie z. B. in
Ulm, seitens der Stadtvertretung die richtige Bodenpolitik
eingeschlagen wurde, bot sich die Möglichkeit
, erstens äußerst behaglich gestaltete, technisch
völlig einwandfreie Einzelwohnhäuser im Preise
häuser zu bauen. So werden ungeheure Massen-
miethäuser errichtet, und der Arbeiter wie
jeder andere, findet sein Vergnügen und seine
Erholung nicht in seinem Heim, sondern auf
der Straße und in der Kneipe"
George Haw (Daily News) spricht von der
„Kehrseite der Medaille": Man kann wohl
sagen, die Deutschen haben gelernt Städte
zu bauen, bevor sie gelernt haben, Wohnungen
zu bauen. In ihren Städten herrscht musterhafte
Ordnung; sie sind reinlich, stattlich,
geräumig. Sie enthalten zahlreiche nützliche
Lehren für England, wo man es so manchen
Städten überlassen hat, sich nach Art unbe-
hüteter Straßenkinder planlos zu entwickeln.
Aber sie können uns nichts in Bezug auf
Wohnungswesen lehren. Die Städter wohnen
in Massenmiethäusern und zwar nicht in den
von 6 bis 7000 Mark auf billigem Baugrunde zu erstellen
, gleichzeitig aber den Stadtsäckel im Verlaufe
von anderthalb Dezennien um nahezu dreißig Millionen
Mark zu bereichern.
Ell
ARCH. H. E. VON BERLEPSCH-VALENDÄS, B. D. A. (MITARBEITER M. ZUMBUSCH) □ EINFACHES EINFAMILIENHAUS
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Dekorative Kunst. XIII. 2. November 1909
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