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GEORG RÖMER-MÜNCHEN RELIEF VOM STADTTHEATER IN LÜBECK
GEORG ROEMER
enn man — freilich nicht ohne
gewaltsame Vereinfachung und
Konstruktion — die verschiedenen
Elemente klarzulegen versucht
, aus denen sich das bild-
hauersche Schaffen zusammensetzt
, so kann man vielleicht sagen : es gibt zwei
einander entgegengesetzte Punkte, von denen
aus die Wege zum fertigen plastischen Kunstwerk
führen. Der eine Ausgangspunkt ist die
lebendige Form, die Natur, das Leben in
seiner ganzen Unendlichkeit; der andere Ausgangspunkt
ist das reale Material mit seinen
eigenen Gesetzen, seinem inneren Leben, das
erst durch die Behandlung geweckt wird. Am
Treffpunkt beider Wege liegt das vollendete
Kunstwerk. Dieser Treffpunkt liegt aber keineswegs
immer in der Mitte, und es wäre keine
schlechte Aufgabe für eine Kunstgeschichte,
die Entwicklung einmal von diesem Gesichtspunkt
aus zu betrachten. Dabei würde sich
wahrscheinlich ergeben, daß noch niemals
mit einersolchen Einseitigkeit und Ausschließlichkeit
das Leben Ausgangs- und Endpunkt
der bildenden Kunst war wie in der Gegenwart
; man braucht nur den einen Namen
Rodin zu nennen. Wie aber die Gegenwart
überhaupt die stärksten Gegensätze in sich
birgt, so erschöpft sich auch das Wesen der
modernen Plastik keineswegs in jenen halb
realen Manifestationen differenziertester Lebendigkeit
; als natürliche Reaktion dagegen
hat sie Künstler hervorgebracht, in deren
Schaffen die Gesetze, die das reale Material
GEORG RÖMER □ RELIEFS
in sich enthält, als unverrückbare
Grundlage
dastehen.
Georg Roemer gehört
zu diesen Künstlern
. Zur Würdigung
seiner Werke gelangt nur
der, der einiges Gefühl
für das Material besitzt;
wer von der andern
Seite an sie herantritt,
der sieht wohl einen ungewöhnlichen
Ernst, eine
Gründlichkeit, die vor
Härten nicht zurückschreckt
, die manchmal
sogar schwerfällig im
KUNSTHALLE IN BREMEN
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Dekorative Kunst. XIII. 2. November 1909,
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