Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 91
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GEORG RÖMER □ SARKOPHAG AUF DEM FRIEDHOF DER FREMDEN IN ROM

Ausführungen zu verweisen. Nur ein Punkt,
der dort nur gestreift ist, soll uns hier noch
beschäftigen, obwohl er der begrifflichen
Klarlegung große Schwierigkeiten in den
Weg legt: die N egat i va r b ei t. — Roemers
Münzen und Medaillen
sind nicht
nur im Gegensatz
zu den französischen
Medaillen
und zu allen modernen
Geldmünzen
in der richtigen
Größe gearbeitet
— was allein
schon für
den künstlerischen
Wert außerordentlich
wichtig
ist, da bei der Arbeit
in größerem
Maßstabe Unna-
türlichkeiten in
der Einzelform
kaum vermieden
werden können —,
Römer und die
anderen, die sich
mitihmumdie Medaille
bemühen,
arbeiten ebenso
wie die alten

Münzschneider
direkt in das Negativ
; sie schneiden den Stahlstempel
oder, bei der Gußmedaille
, die Gußform. Diese
Arbeit ins Negativ haben die
Heutigen so sehr aus dem
Gesicht verloren, daß noch
vor wenigen Jahren in einer
Schrift über die Medaille
die Meinung ausgesprochen
wurde, eine Wiederbelebung
dieser alten Technik würde
nie mehr über das Stadium
des vereinzelten Experiments
hinauskommen. Heute liegt
aber bereits die Sache so, daß
man sagen kann, es bilde sich
auf Grund dieser Technik ein
neuer Stil in der Kleinplastik.
— Von der Ausbreitung der
Technik in früherer Zeit, namentlich
im Altertum, haben
heute nur mehr wenige den
richtigen Begriff: nicht nur
die ganze griechische Münzkunst
, die einen Höhepunkt der bildenden
Kunst überhaupt darstellt, und die Gemmen-
schneidekunst sind ohne die höchste Meisterschaft
in der Negativarbeit gar nicht denkbar
, ganze große Gattungen von Gefäßen,

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