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GEORG RÖMER-MÜNCHEN
□ PFEILERGRUPPEN UND
eine Silhouettenwirkung
verlangt. Aber
nur wenige Bildhauer
nehmen darauf Rücksicht
, daß jede Spur
des Modellierens im
weichen Ton, im Metall
notwendig ein Widerspruch
sein muß:
man hat ganz ruhig
sogar flüchtige Tonskizzen
, mit allen
Spuren der Arbeit, in
dem harten Metall gegossen
. Zuerst waren
es nur vereinzelte
Werke, die die echte
Freude am Material
erkennen ließen:
Stucks Bronzen und
die nackte Diana auf
der Hirschkuh von Wrba. — Seit Jahresfrist
besitzt München wohl die reifste Bronzearbeit
neuerer Zeit: Roemers Pferde im Figurenhain
im Ausstellungspark; die Qualität dieser
wirklich reifen klassischen Leistung wurde
schon einmal in diesen Blättern gewürdigt. —
Roemer hat die Pferde inzwischen noch einmal
in kleinerem Maßstab ausgeführt, und
sie stellen in dieser Form wahrhaft vornehme
Schmuckstücke dar — wie überhaupt in der
richtigen Bronze sich der Ernst der Plastik
mit dem Reiz des Schmuckstückes verbindet.
Diesen Reiz besitzt auch die „Tänzerin" und
in noch höherem Maß vielleicht die Statuette
BRONZEBÜSTE VOM
FRANZIUS-DENKMAL
der „Pilgerin", und
es verbindet sich mit
diesem Reiz eine ausserordentlich
feine
DurchbildungdesGan-
zen im Sinne einer
abgerundeten Erscheinung
. Man möchte
wünschen, daß für
diese im höchsten
Sinne „dekorativ",
d. h. zum Schmuck
bestimmte Plastik der
Sinn der Wohlhabenden
immer mehr
wachse. — Der Charakter
der Bronze
bleibt im wesentlichen
derselbe, auch wenn
es sich um große Plastik
handelt: auch eine
große Bronzebüste, eine lebensgroße Figur
bleiben in gewissem Sinne Schmuckstücke;
als solche hat man Bronzefiguren innerhalb
einer Steinarchitektur von jeher behandelt, und
es war nicht nur der Reiz des Farbengegensatzes
, der diese Zusammenstellung immer
und immer wieder wählen ließ: wie ein Juwel
leuchtet die Figur durch ihren ganzen Formcharakter
aus der Steinumgebung hervor. So
will die ernste Figur des trauernden Genius
betrachtet werden, die ein großes Grabmal in
Berlin schmückt, dessen Entwurf von Rudolf
Alexander Schröder stammt. An der Figur
ist vielleicht nicht alles geglückt: in der Form
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