Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 97
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georg rom er-münch en

bronze-figuren

Roemer hat auch die Steinplastik am
Franzius-Denkmal geschaffen, und es ist auf
den ersten Blick zu sehen, wie er auch dem
Stein gegenüber vor allem nach den Gesetzen
des Materials forscht. Bronzeform ist modellierte
und dann bis zu metallischer Schärfe
und Härte gesteigerte Form; Steinform steckt
von Anfang an im Stein, sie ist aus ihm erlöst
, und ihren Ursprung zeigt sie noch in
der Vollendung, sei es nun eine selbständige
Büste oder Figur, die den Block nur mehr
ahnen läßt, oder sei es Steinplastik innerhalb
einer Architektur, wo dann aus den Bauglie-
dernherausplötzlich dielebendige Formherausgewachsen
zu sein scheint. Wie stark ist
dieser Zusammenhang im Stein, der zugleich
ein architektonischer
Zusammenhang
ist, in
den beiden Puttenpaaren
, die

die Pfeiler
schmücken, und
in dem Löwen,
der draußen gegen
das Wassser
zu die eine Seite
des Denkmals
bekrönt! —'- Das
Motiv der Putten
hat Roemer
besonders gern

und mit hervor- georg Römer

ragendem Glück verwendet: die Gedenktafel
für H. H. Meier in der Bremer Kunsthalle ist
ein vorzügliches Stück, gleich ausgezeichnet
durch lebendige Form im einzelnen wie durch
schöne Abgewogenheit des Ganzen, und der
Sarkophag, der auf dem Friedhof der Fremden
in Rom steht, ist ein wahres Meisterwerk an
Geschlossenheit und Kraft. Wir bringen eine
Abbildung, die zugleich auch die Umgebung
erkennen läßt, weil sich der Wert des Stückes
erst durch die Rolle, die es in der Umgebung
spielt, ganz erschließt. — Figürliche Plastik
im höheren Sinn ist dann das Relief am Grabmal
Georg Schreibers im Münchner Waldfriedhof
, dessen Architektur von Richard
Berndl stammt. Auch hier fügt sich die

Plastik still und
doch eindrucksvoll
in das Ganze
ein. — Das sehr
schwierige Problem
von drei
ruhig stehenden
Figuren hat Roemer
noch zwei-
malauf verschiedene
Weise zu
lösen versucht:
in den beiden
großen Reliefs
für die Bremer
Kunsthalle, wo
gedächtnistafel drei Frauen und

S!

"rrsn

Dekorative Kunst. XI]I. 2. November 1909

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