Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 123
(PDF, 172 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_22_1910/0145
!

tritt, daß es eine Versündigung am Geist
des Materials bedeutet, unsolide und geschmacklose
Ware daraus zu formen, wird den
Materialschaden bedauern, der durch diesen absichtlich
gesteigerten Verbrauch angerichtet
wird. Den Schaden trägt überdies unser Nationalvermögen
mit, wir zahlen bekanntlich
ans Ausland für die Rohmaterialien auch
dieser Geschenkindustrie beträchtliche Summen
. So roh und gering ist aber keine Materie
, daß sie nicht durch den Geist einer
Form veredelt und nationalwirtschaftlich auf
die Gewinnseite gebucht werden könnte. An
sich ist kein Material weder gut noch böse,
unser Denken erst macht es dazu — philosophiert
Hamlet.

In dieser Erkenntnis wurzelt das moderne

Kunstgewerbe. Und die Frage ist nun, wieweit
es heute, nach einem reichlichen Jahrzehnt
angestrengter Versuchsarbeit, den individuell
verfeinerten Bedürfnissen nach Geschenkartikeln
entgegenkommt.

NEUE KUNSTARBEITEN ALS
GESCHENKE

Die zwei Hauptaufgaben, die das neue
Kunsthandwerk sich stellen mußte, waren:
die Erneuerung des Anschlusses an die Wirklichkeit
, an den gewandelten Alltag; zum
zweiten die Wiedergeburt einer persönlichen
Kunstform, die gleichzeitig das allgemeine
Zeitbewußtsein der Gegenwart entschieden
aussprach. Der Alltag kam und sagte: Ich

I

!

i

SERPENTIN STEIN-ARBEITEN, TEILWEISE MIT HALBEDELSTEINEN (OPALEN, ROSENQUARZ) VERZIERT. ENTWÜRFE
VON MAX PFEIFFER, E. WIEDERHOLD U. G. HENTZE □ VERTRIEB: KUNSTGEWERBEVERLAG ARTA, MÜNCHEN

123

16*


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_22_1910/0145