http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_22_1910/0156
BERNHARD WENIG-MUNCH EN
VERSILBERTES TAFELGERAT
AUSFÜHRUNG: E. HARTMANN, MÜNCHEN
Versilberungen sind meist zweifelhafter Natur
und mehr auf den augenblicklichen Effekt als
auf Haltbarkeit berechnet.
Die eigentlichen Nutzmetalle der neuen
Kunst sind Silber, Messing und Kupfer ; man
kann sie walzen, hämmern und ziehen. Besonders
Messing in allen seinen Schattierungen
ist für gute Behandlung dankbar. Die neueren,
mit sparsamer Emaillierung geschmückten
Tombakarbeiten der Münchner Metallwerkstätten
Winhart & Co., die kantig gehämmer-
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ten Geräte von Eugen Ehrenböck sind z. B.
solide Handwerkskunst in guten Formen. In
der dekorativen Ausnützung farbiger Glasflüsse
auf Metall dürfte uns die nächste Zeit
noch mehr Auswahl bieten. Die Emailtechnik
ist trotz ihres respektablen Alters noch bei
weitem nicht erschöpft. Das versilberte Tafelgerät
von Bernhard Wenig nimmt durch seine
schlichten und vornehmen Formen für sich
ein und ist auch in seiner technischen Ausführung
untadelig. Leider wird in Zinn heute
wenig gearbeitet. Das ist sehr schade, denn das bekannte
Kayser-Zinn braucht doch nicht dauernd von diesem Metall
abzuschrecken.
Unser Beleuchtungswesen
hat sich dermaßen
in die Breite entwickelt,
mit Petroleum, Spiritus,
Gas und Elektrizität, daß
der Konsum gar nicht
genug Auswahl haben
kann. Die einfache Petroleumlampe
für den
modernen Menschen ist
leider noch immer nicht
entdeckt. Einige recht
gute Versuche tauchten
auf und verschwanden
alsbald auf Nimmer-
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