Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 177
(PDF, 172 MB)
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ARCH. E. ABELE □ □ □ KUNSTGEWERBESCHULE ZU AACHEN: EINGANG UND FLUR MIT TREPPENAUFGANG

Lehrerateliers, die Dunkelkammer und ein
Lagerraum wurden in den ersten Stock des
an der Frontseite vorgebauten Fassadenteiles
verlegt.

Der Grundriß ist einfach und übersichtlich;
die einzelnen Lehrräume gruppieren sich um
die in der Mitte hintereinander angeordneten
Hauptsäle. Der Eintretende durchschreitet eine
in kräftigen Formen gehaltene Vorhalle und tritt
in den langen Flur (Abb. s. oben), der einfach
und farblos gehalten ist, so daß er die Wirkung
der Halle nicht beeinträchtigt, deren starkes
Terrarot zum maßgebenden Eindruck wird.

Diese als Sammlungsraum verwendete Halle
(Abb. S. 179) ist nur durch Pfosten vom Flur
getrennt. Gleiche Pfosten gliedern auch die
Wand, indem sie als Verkleidung der im übernommenen
Bau enthaltenen Träger dienen. Zwischen
ihnen stehen die Ausstellungsschränke,
die also auch nach dem Flur und den seitlichen
Korridoren zu den Raum absondern. Hier sind
sie durch Messingstangen miteinander verbunden
, so daß, trotz der Öffnungen oberhalb
der Schränke, der Eindruck des abgeschlossenen
Raumes gewahrt bleibt.

Die in den Wand- und Pultschränken vereinigte
kleine Sammlung ist eigenartig und

bemerkenswert, indem sie aus den drei Elementen
zusammengesetzt ist, die in ihrer Vereinigung
das Bildungsmaterial der Schule ausmachen
: Beispiele vergangener Stilepochen,
die als Erfahrungswerte auch in dieser durchaus
modernen Lehrstätte vorbildlich sein sollen,
Präparate aus dem Reiche der Natur und Stücke
des modernen Kunstgewerbes, bei denen weniger
auf verblüffende Originalität, als auf einfache
und ehrliche Formgestaltung im Sinne
derverschiedenen Materialartengesehen wurde.

Wesentlich anders ist der Ausstellungsraum
für die Arbeiten der Schüler gestaltet. Seine
Farbstimmung wird nicht durch das Hervortreten
eines beherrschenden Tones erreicht,
vielmehr ist hier durch Verwendung verschiedener
, an sich bescheidener Werte ein warmer,
ruhiger Gesamtton erstrebt worden, der den
ausgestellten Arbeiten einen würdigen Hintergrundgibt
, ohne sich selbständig vorzudrängen.
Die Farbwirkung der nußbraunen, durch graue
Ahornsäulchen unterbrochenen Wandbekleidung
wird durch die gelb und rot gehaltene
Bemalung der Decke verstärkt, während die
Wandfläche eine vermittelnde Farbe zeigt.

Die Gestaltung der Bibliothek (Abb. S. 178)
war mehr von architektonischen als von male-

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Dekorative Kunst. XIII. 4. Januar 1910.

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