Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 294
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ARCH. ANTON HUBER-FLENSBURG

SOMMERSITZ LEIMOON: NORD- UND WESTSEITE DES WOHNHAUSES

Wie alle guten neuzeitlichen Bauten entwickelt
sich auch dieses Haus von innen
heraus, vom Grundriß aus, der mit Zubilligung
aller künstlerischen Freiheit doch vollkommen
dem Wesen und den Wünschen
seines Bewohners angepaßt ist. Das offene
Auge des Seefahrers mit dem Blick in das
Weite hat die Lage des Hauses und die Anordnung
seiner Räume mitbestimmt. Die Hauptausdehnung
des mit schönem altem Baumbestand
versehenen Grundstückes in der Richtung
von Südwestennach Nordostenam Strande
entlang, die in gleicher Richtung hinter dem
Grundstück sich hinziehenden bewaldeten,
schutzspendenden Höhen, der Abfall des Geländes
von Nordwesten nach Südosten gegen
das Meer, erlaubten ohne weiteres das Haus
in der günstigsten Sonnenlage zu orientieren
und die wichtigsten Räume, die Schlafzimmer
und Wohnzimmer, hierhin zu verlegen. Da die
Terrasse, auf der sich das Haus erhebt, um
ungefähr 2 m höher als die den Garten begrenzende
Strandmauer liegt, so bietet sich
dem Auge von hier aus und dem zur ebenen
Erde gelegenen Gartenzimmer, dem Hauptraum
des Hauses, dem Eßzimmer und dem
Herrenzimmer nebst seitlich vorgelagerter,
windgeschützter Veranda ein weiter, tiefer
Blick über die Föhrde. Auf der Wetterseite

des Hauses, die den Südwest- und Nordweststürmen
vornehmlich ausgesetzt ist, befinden
sich die Wirtschafts- und Nebenräume, ihnen
gegenüber nach Nordosten das Kinderzimmer,
dessen etwas ungünstige Lage nicht viel zu
bedeuten hat, da das Haus nur zum Sommeraufenthalt
dient und die Kinder daher fast stets
im Freien sind. Um die inmitten des Hauses
durch zwei Geschosse gehende Halle, deren
Holzteile in Eiche ausgeführt sind, gruppieren
sich unten drei kleine Nebenräume, während
sie oben von einer Galerie umzogen wird. Den
Lebensgewohnheiten des Besitzers entsprechend
, ist das Haus mit allem angemessenen
Komfort ausgestattet und läßt eine wünschenswerte
und vorteilhafte Trennung der
Wohnräume von den Wirtschaftsräumen und
den Räumen für die Dienerschaft, zu denen
auch eine kleine Nebentreppe führt, erkennen.

Der reizvollste Raum des Hauses, der eine
heitere, festliche Stimmung zeigen und vermitteln
soll, ist das große ovale Gartenzimmer,
dessen fünf hohe Fenster bis fast auf den
Fußboden herabgezogen sind, um viel Licht
hereinzulassen und eine reiche Ausschau zu
ermöglichen. Die vorgelagerte, in einem feinen
Halbrund stehende Säulenreihe verleiht der
Front eine vornehme Würde und schafft den
Raum zu einem vor den beiden mittleren

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