Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 296
(PDF, 172 MB)
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EIN EHRENPOKAL VOM HAMBURGER BUNDESSCHIESZEN

Das 16. Deutsche Bundesschießen, welches
in Hamburg abgehalten wurde, hat der
reichen Bevölkerung der Hansastadt Gelegenheit
geboten, ihren Kunstgewerblern zahlreiche
Aufgaben zur Schöpfung edelmetallischer
Preisgaben für die erfolgreichen Schützen
zu stellen.

Diese Aufgaben sind von den Hamburgischen
Künstlern, Kunstgewerblern, Architekten und
Goldschmieden, die ihre Kräfte in den Dienst
der Sache stellten, fast durchweg anerkennenswert
und nach modern geschmacklichen
Prinzipien gelöst worden. Wer auf dem Festplatz
die große Gabenhalle durchwanderte,
in der die Preise Aufstellung gefunden hatten,
empfing einen überzeugenden Eindruck von
der Leistungsfähigkeit des Hamburgischen
edelmetallischen Kunstgewerbes in technischer
und künstlerisch geschmacklicher Hinsicht
. Als ein Mangel, der aber möglicherweise
nur auf persönlicher Empfindung beruht
, fiel mir nur bei den meisten Preisgaben
die allzu weitgehende Symbolik des

Schmuckes mit Bezug auf das Bundesschießen
und Hamburgische Lokalmomente auf.

Johannes Drees in Hamburg, der eine
Ehrenschale und einen Ehrenbecher für das
Bundesschießen geschaffen hat, machte sich
in diesen beiden gelungenen Arbeiten von
solcher Bezugssymbolik frei und ging nur
darauf aus, edelgeformte Zweckgeräte zu
bilden, die nicht nur Anhänger des Schießsports
interessieren.

Während er bei seiner Ehrenschale in
sehr wirksamer Weise die tragenden Elfenbeinsäulen
in Silber faßte, beschränkte er
sich bei dem hier abgebildeten Ehrenpokal
allein auf die Verwendung stark vergoldeten
Silbers. Durch interessante Flächenteilungen
und Flächenwölbungen des Metalls, durch
eine harmonische Logik der schön gegliederten
Bauform hat er auch ohne gegensätzliche
Materialien bei aller geschlossenen Einheitlichkeit
der Gesamtform wechselreiche
Details seines Preispokals zu erzielen gewußt.

F. R.

IN SILBER GETRIEBENER
PREISPOKAL, VERGOLDET

ENTWURF U. AUSFÜHRUNG:
JOHANNES DREES-HAMBURG

1

Herausgeber: H. BRUCKMANN. Für die Redaktion verantwortlich: L. DEUBNER. Druck und Verlag: F. BRUCKMANN A.-G.,

alle in München.


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