Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 307
(PDF, 172 MB)
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CHRISTIAN THOMSEN s DER SOLDAT UND DIE HEXE

(NACH ANDERSENS MÄRCHEN „DAS FEUERZEUG")

schöpferischer Arbeit verwirklichen zukönnen,
wurde erst erfüllt, als er im Jahre 1898 unter
die Künstler der Kgl. Manufaktur aufgenommen
wurde. Seitdem ist eine Fülle von Arbeiten
unter seinen fleißigen Händen entstanden
.

Auch er fing mit Vasen und anderem Kleingerät
an, das er mit dekorativen Motiven aus
der Pflanzen- und Tierwelt schmückte; aber
bald ging er ganz zu figürlichen Darstellungen
über, die von seinem feinen Verständnis für
das Wesen und die Eigenart der Tiere, sowie
von seinem reichen Können zeugen. Da ist
vor allem die reizende kleine Gruppe der
Wüstenfüchse zu nennen, deren große Ohren
von starker dekorativer Wirkung sind, dann
die kleine Schale mit den drei Mäuschen, die
als Abgesandte zu der Ente kommen, um bei
ihr um Gnade für ihr Volk zu bitten, eine
Gruppe von lustiger Wirkung, und solcher Beispiele
ließen sich viele nennen. Sie alle lassen
seine große Liebe zur Tierwelt erkennen, dann
aber auch sein scharfes Auge für das zur
Charakterisierung Wichtigste und sein völliges
Beherrschen des Materials.

Zu diesen Tierfiguren gesellten sich dann
bald die Menschen, und so entstanden zwei
Serien von Arbeiten, die beide großes Aufsehen
erregten und unter den in der Kgl.
Manufaktur entstandenen Erzeugnissen der
Kleinplastik mit an erster Stelle stehen, ja
wohl auch im Ausland zu den bekanntesten
von ihnen gehören. Vor allem kommt seine
Phantasie und sein Humor in der Serie von
Faunen zum Ausdruck, die mit verschiedenen
Tieren spielen. Da ist ein Faun, der sich mit
einem kleinen Bären balgt, ein anderer bläst
einer Eidechse auf einer Flöte vor, ein dritter
neckt ein Eichhörnchen, ein vierter reitet auf
einer Schildkröte, und so gibt es noch viele
andere, die sich dem Material vortrefflich anpassen
.

Die dänischen Porzellanfiguren früherer
Jahrhunderte lehnten sich eng an die ausländischen
Vorbilder an. Selbst wenn diese
Figuren allgemein dänische, ja selbst Kopenhagener
Typen darstellten, erkannte man doch
das fremde Vorbild, wenn es sich auch mitunter
durch seine Schlichtheit als dänische
Arbeit erwies. Auch hierin hat die neuzeitliche
Epoche der Kgl. Porzellan-Manufaktur
Wandel geschaffen, und vor allem hat Thomsen
viel dazu beigetragen, indem er eine Reihe
von Figuren schuf, von denen man sagen
kann, daß sie nicht nur Kopenhagener Porzellan
sind und Menschen aus Dänemark darstellen
, sondern, daß sie so wesensecht nur
ein dänischer Künstler schaffen konnte. Das
gilt vor allem von der zweiten großen Gruppe

CHRISTIAN THOMSEN

PORZELLANGRUPPE

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