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FR. GILDEMEISTER □ GARTENANLAGE FÜR HERRN DR. LÜDERITZ, BLANKENHAIN (vgl. schaubilder auf Seite 323)
heute vielfach so, daß auf der einen Seite
viel zu viel verschiedenartiges Material an Stauden
und Pflanzen verarbeitet wird, auf der
anderen dagegen, wo es sich um einheimische
Dinge handelt, zu wenig. Der lokale Gesichtspunkt
gibt nicht nur Beschränkung, sondern
auch Bereicherung.
Daß es mit dem Fortschritt auf diesem Gebiet
etwas langsam geht, liegt wohl daran,
daß Gartenbesitzer und Gärtner nicht immer
freie Hand haben und oft ihr Bestes in der
Spezialität des Umbaus leisten müssen, was
ja immer schwieriger und zeitraubender ist als
Neuschaffen. Viel Schuld haben auch die
allgemeinen Bauverhältnisse und die Terrainspekulation
mit aufgeteilten Grundstücken.
(Sind doch in einer neuen Villengegend bei
Bremen drei schöne und an sich praktische
Häuser absolut unverkäuflich, weil die Terraingesellschaft
, die sie erbaute, vergessen hatte,
daß jemand, der ein Haus für 50 000 M.
kauft, auch einen großen Garten dabei haben
FR. GILDEMEISTER □ PLAN FÜR DIE ERWEITERUNG DES HAUSGARTENS VON HERRN P. J. KÖSTER, BREMEN (vgl. s.321)
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