Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 410
(PDF, 172 MB)
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arch. little & BRO vC ne □ schwimmbassin und teehaus auf mrs. morse ely's landgut, wheaton (illinois)

Ausstellungen in- und ausländischer, vorbildlicher
Erzeugnisse, die Prof. de Praetere —
ohne jeden finanziellen Zuschuß — jahraus,
jahrein veranstaltet, nicht nur den Schülern
der Anstalt ein ausgezeichnetes Anschauungsmaterial
, sondern, da sie nachmittags und an
allen Sonntagen bei freiem Eintritt geöffnet
sind, auch den Interessenten des ganzen Landes
die beste Gelegenheit, zu schauen, was in anderen
Städten und Ländern gearbeitet wird, und
durch Vergleichen zu lernen. Daß mit solchen
ganz auf praktischen Erwägungen fußenden
Veranstaltungen positive Arbeit geleistet wird,
beweist der Erfolg. Vergleicht man das Frankfurter
Museum, das bei 370000 Einwohnern
nur 9464 Besucher zählte, mit dem Zürichs,
das bei nur 185000 Einwohnern deren 141 586
hatte, während Hannover, dessen Einwohnerzahl
die Zürichs um 75 000 übersteigt, sogar
nur 3500 zu verzeichnen hat, so beantwortet
sich die Frage, welche Anstalt ihrer Aufgabe,
durch Aufklärung und Erziehung Gewerbe und
Industrie zu fördern, besser gerecht wird, von
selbst.

Wie bitter nötig solche Aufklärung und Erziehung
aber auch heute noch tut, erkennt
man schaudernd bei einem Gang durch unsere

großen Messen. Die Unmengen von Schund
und Kitsch und Geschmacklosigkeiten, die
hier in Millionen-Umsätzen gehandelt werden,
zeigen, daß die Bestrebungen des letzten Jahrzehnts
gerade an jenen Kreisen, die an der
erstrebten Veredlung des Gewerbes das größte
Interesse nehmen sollten, fast spurlos vorübergegangen
sind, und daß die guten Absichten
der wenigen Fabrikanten, die nur geschmacklich
und technisch Gutes unter ihrem Namen
hinausgehen lassen, an der Stumpfheit und
Urteilslosigkeit der meisten Einkäufer scheitern
. Hier will nun die Arbeit des von Karl
Ernst Osthaus gegründeten und vom Deutschen
Werkbund unterstützten „Deutschen
Museums für Kunst in Handel und Gewerbe"
einsetzen, das aus den Massen kunstgewerblicher
Erzeugnisse das vorbildlich Gute sammeln
und als Wanderausstellungen durchs
Land schicken will. Hoffen wir, daß diese
wandernden, die Qualitätsbestrebungen der
verschiedenen Künste und Gewerbe an gut
gewählten Beispielen veranschaulichenden
Sammlungen überall in den deutschen Museen
freudige Aufnahme finden; die Besuchsziffern
werden dann ganz von selbst steigen.

L. Deubner

ic

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