Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 416
(PDF, 172 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_22_1910/0469
Horst von Zedtwitz wird wohl manchem
unserer Leser ein neuer Name sein. Gelegentlich
der Ausstellung „München 1908",
die so manches verborgene Talent ans Licht
gebracht hat, trat auch er zum erstenmal mit
einigen Räumen an die Oeffentlichkeit. Damals
haben wir das behagliche Speisezimmer publiziert
(Oktoberheft 1908, Seite 25), das sich
ebenso solid bürgerlich und anspruchslos praktisch
gab, wie das Damenzimmer, in dem die
schlichten Möbel in Aufbau und Maßen auch den
Verhältnissen unserer Mietwohnungen angepaßt
sind. Das intim Trauliche der Räume wird
durch die Bespannung gehoben, die in etwa
zwei Drittel Höhe die Wände bedeckt und sie
durch schmale Leisten vom Holz der Möbel
gliedert. In dem für ein Eigenhaus projektierten
Herrenzimmer verleiht die Eichenholzvertäfelung
, in die sich die Türöffnungen, Ecksitze
und Schränke ungezwungen einfügen, dem
Raum den Charakter vornehmer Abgeschlossenheit
. Der hell gestrichene Putzstreifen zwischen

der Vertäfelung und der Balkendecke stimmt
ihn freundlich und nimmt ihm das Düstere,
das vertäfelte Räume sonst leicht haben.

Ueberall zeigt sich ein ausgeprägter Sinn
für gesunde Handwerklichkeit und bürgerliche
Gediegenheit, wie sie gerade einem solchen
Herrenzimmer zukommt, das neben der Arbeit
auch gemütlicher Geselligkeit dienen soll. Die
Verbindung des Mobiliars mit den Wänden
durch die Vertäfelung gibt ihm Ruhe und eine
dauernde Anordnung, die ja in kaum einem
anderen Raum so selten Aenderungen unterworfen
ist, wie im Herrenarbeitszimmer. Der
Schreibtisch hat seinen Platz am Fenster und
in der Nähe der Bücherregale, die hier in
einer geschickt eingebauten, erhöhten Nische
untergebracht sind, und etwas entfernt von der
Plauderecke für Besucher und der Spielecke
für gute Freunde. Das ist bewährt und zweckmäßig
, und nur solche bequem benutzbaren
und zum behaglichen Verweilen einladenden
Räume will Horst von Zedwitz schaffen, l. d.

arch. horst von zedtwitz-münchen

ecke eines damenzimmers

AUSFÜHRUNO: GEORG SCHÜTTLE, KUNSTSCHREINEREI, MÜNCHEN

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