Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 430
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TIERFIGUREN AUS DER ALUMINIA-FAJANCE-FABRIK, KOPENHAGEN

NEUE DÄNISCHE FAYENCEN

Der dänischen Bauerntöpferei, welche sich
in ihren beachtenswertesten Erzeugnissen
heute noch auf dem Gebiete der Fayencetechnik
bewegt, wohnen so bedeutende Anregungswerte
, auch für die moderne, kunstgewerbliche
Fayenceindustrie inne, daß sich
aus ihr ein besonderes Genre dänischer Kunstkeramik
entwickelt hat. Die Pflege dieser
künstlerisch veredelten Bauernfayence ihres
Landes hat die Kopenhagener Königliche Porzellanmanufaktur
zu dem alleinigen Arbeitsgebiet
ihrerSchwesterfabrik Aluminiagemacht,
deren Produkte in ihrer eigenartigen Erscheinungsform
sich schnell auch die Gunst deutscher
Abnehmer errungen haben.

Als oberstes Prinzip bei den Aluminiafayen-
cen gilt der Leitung dieses Etablissements,
dafür Sorge zu tragen, daß sich in allen Fabrikaten
desselben die Grundzüge der alten Volkskunst
mit ihren kraftvollen Farbennoten und
jener eigentümlichen Mischung der Darstellungsmotive
erkennbar erhalten, welche aus
der realistischen Benutzung täglich geschauter
Naturformen und deren phantastischen Umbildungen
entsteht. Daß dies erfolgreich geschieht
, lehren unsere Abbildungen, in deren
klar und herb auf dem Scherben stehenden
Blumenmustern und bunten Vogelleibern,
trotz der künstlerischen Stilisierung dieser
Motive, die Ahnenschaft der gesunden, alten

Bauernkunst, aus der sie stammen, zu erkennen
ist.

Ueber die Forderung hinaus, dem Entwicklungsgange
dieser dänischen Fayencemanufaktur
im allgemeinen Erscheinungscharakterihrer
Erzeugnisse treu zu bleiben, ist ihren künstlerischen
Hilfskräften keinerlei Beschränkung
auferlegt. Sie dürfen mit immer wachsenden
Erfolgen versuchen, aus der zufallsfrischen
Buntheit der alten Volkskunstmodelle wohlberechnete
Farbenspiele von künstlerischem
Wohllaut zu entwickeln und neben den Erscheinungsformen
ihrer heimischen Natur auch
solche zu nutzen, deren Kenntnis sie anderen
Ländern danken. Die Umbildung dieser Formen
zu Zwecken ihrer Fayencedekoration in
stilistische oder naturalistische Muster von
harmonischer Flächenwirkung kann von ihnen
individuell ganz gelöst werden. Auch die koloristischen
Ausdrucksmittel des dänischen
Fayencekünstlers sind natürlich gegen die der
alten Bauerntöpfer unvergleichlich vermehrt
und dokumentieren sich bei den gelungensten
Arbeiten der „Aluminia" auch in feinnuancierten
Uebergängen und Zwischenfarben.
Beständige, technische Neuversuche in der
Aluminiafabrik selbst und das intensive Studium
der farbigen Effekte der mittelalterlichen
Fayencen tragen dazu bei, die nuancenreiche
Palette der Aluminia ständig zu bereichern, f. r.

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