Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 450
(PDF, 172 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_22_1910/0505
S. WERNEKINK PRAIRIEFUCHSE

GEBR. METZLER & ORTLOFF, PORZELLANFABRIK, ILMENAU I. TH.

feld zu erschließen ist, aber auch, daß dies
nicht mühelos geschehen
kann, sondern daß
sich der künstlerischen
Entwicklung dieser Industrie
große Schwierigkeiten
entgegenstellen
, deren Ueberwin-
dung viel ernste und
tatkräftige Arbeit verlangt
.

Auf die Schmucksteine
aufmerksam gemacht
, steigerte sich,
wie man in den Schaufenstern
der Großstadtläden
sehen kann, das
Interesse deskaufenden
Publikums an schönen
Steinen von Jahr zu

Jahr. Sehr rührig hat dabei der Münchener
Kunstgewerbeverlag Arta von E. Wiederhold
mitgearbeitet. Wenn auch der künstlerische
Einfluß bei vielen Arbeiten, die
Schmucksteine verwenden, noch vermißt
wird, ein guter Anlauf zum Bessern ist gemacht
, und einzelne Künstler wie Prof.
Albin Müller und Prof. Riegel in Darmstadt,
Th. Fahrner in Pforzheim und Prof. Paul
Haustein in Stuttgart, die sich schon länger
mit der künstlerischen Verwendung von
Schmucksteinen befassen, haben schon Wege
geebnet, auf denen weitergearbeitet werden
kann. Auch der leider zu früh verstorbene
Prof. Olbrich hatte den Schmucksteinen ein
lebhaftes Interesse zugewandt und ausgezeichnete
Arbeiten mit ihnen hergestellt.

SIGISMUND WERNEKINK

GEBR. METZLER & ORTLOFF,

Im Industriegebiet selbst ist noch wenig von
künstlerischem Einfluß zu merken; von einem
Streben, Anschluß an unser modernes Kunstgewerbe
zu suchen, ist noch keine Rede. Die
meisten der Industriellen verwechseln noch
Kunst mit schwierigen technischen Aufgaben,
und wenn gelegentlich ein geschickter, strebsamer
Arbeiter ein „ Kunstwerk" hergestellt hat,
dann ist es auch darnach. Man bedauert, daß
soviel Fleiß und Hingabe an solche unkünstlerischen
Arbeiten verschwendet wurden.
Schade oft um das schöne Material. Der Direktor
des Stuttgarter Landesgewerbemuseums
, Herr Prof. Dr. Pazaurek, könnte in
Oberstein-Idar für seine Sammlung von Ge-
schmacks-Verirrungen im Kunstgewerbe
manches interessante Stück erwerben:
die Eidechse mit einer Achatkugel auf dem
Schwanz als Briefbeschwerer, die Tabakspfeife
aus Achat, die Stock- und Schirmgriffe aus
Schmucksteinen in der genauen Form von
Horn- und Elfenbeinkrücken, das getreue Abbild
einer Porzellankaffeetasse
in Achat und
manches andere mehr
würden Prachtstücke
für seine Sammlung
sein.

Einzelne Vertreter
der Schmucksteinindustrie
sind gegen jede
künstlerische Beeinflussung
völlig gleichgültig,
andere, mit denen sich
wenigstens darüber reden
läßt, verhalten sich
direkt ablehnend und
bekämpfen prinzipiell
jeden Einfluß von aussen
, und nur eine ver-
hältnismäßigkleineZahl
gibt die Notwendigkeit einer künstlerischen

GANS

PORZELLAN FABRIK, ILMENAU

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HAUBENMEISE BLAUMEISE

GEBR. METZLER & ORTLOFF, PORZELLAN FABRIK, ILMENAU I. TH.

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