Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 463
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KÜCHENGARNITUR DER STEINGUTFABRIK VORDAMM, G.M.B.H., VORDAMM

die Wiesenabhänge herunter, sahen lachend
in die Frühlingsfrische hinaus und pflückten
mit komisch - ernsten Mienen kleine, dicke
Blumensträuße, daß man unwillkürlich an
Böcklinsche Farbenbilder erinnert wurde.

Zweifellos hat Orlik in
sich eine Entwicklungdurchgemacht
, was die Bühnenkunst
anlangt. Er ist im-
jner mehr dahin gelangt, das
Bühnenproblem zu betonen.
Es liegt das ebensosehr in
der Entwicklung der Zeit,
die aus dem Naturalistischen
hinausstrebte, die Sinn für
das Formale gewann. Aus
dem Grunde kamen die
Künstler zum Kunstgewerbe
, zur Raumkunst. Sie
spürten in den Dingen ein
Zwingendes, das sie zugleich
leiten wollte, aber
auch ihrer freien Gestaltung
Hindernisse entgegenstellte
. Dieses Hindern-
Wollen aber reizte gerade;
denn es konzentriert die
Kräfte auf einen Punkt und
weckt damit zugleich neue
Kräfte.

Vielleicht empfinden die
Künstler instinktiv hier einen
festen Grund und Boden
. Indem sie sich den
Dingen der Gegenwart zuwandten
, befreiten sie sich
zugleich von dem Drückenden
einer naturalistischen
Forderung. Sie standen, indem
sie es wagten, resolut
den Dingen zu nahen, die
sonst vielleichtals derKunst
ferne Objekte eingeschätzt
wurden, die ihr Eigenleben
für sich hatten und von anderen
Kräften geleitet wurden
, über den Dingen. Sie
zwangen sie zu einer Form.
Das Intellektuelle wurde im
Künstler stärker ausgelöst.
Gerade der Zweck, die Praxis
, die gefordert war, kräftigte
das Bewußtsein des
Künstlers. Diese Dinge
wollten benutzt sein, sie
wollten wirken, das trieb zu
der Frage des Wie. Das
Persönliche konnte auch
hier sich noch durchsetzen; aber nur als Mittelerscheinung
galt es. Es ging ein in die Form
der Dinge und gewann dadurch neue Macht
der formalen Sprache. Und in dieser Festigung
empfanden die Künstler etwas, das

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KÜCHENGARNITUR DER WÄCHTERSBACHER STEINGUTFABRIK, SCHLIERBACH

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