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LEUCHTER UND WIND LATERNEN AUS DER BLECH WAR EN FABRIK GEBRÜDER RUPPEL, GOTHA
Kräften kam nun zusammen. Andererseits: die
Idee eilte der Wirklichkeit voraus. Die Kritik
konnte nicht ausbleiben, die darauf aufmerksam
machen mußte, daß der
Worte mehr waren als Taten,
und daß man in der Hitze des
Gefechtes das Ziel schon zu nahe
wähnte, wo man in langsamer Arbeit
vorrücken mußte. Die Mittelglieder
wurden übersprungen, dafür
aber mit einem Male ein Ziel
weiter vorgesteckt.
Vorderhand muß man sagen,
daß das Programm gut war, allerhand Hoffnungen
weckte (darum der Beifall schon vor
den Taten), ohne daß die Resultate in jeder
Beziehung befriedigen konnten. Das Theater
ist eben — und hier setzt dann der Widerstand
ein, der sich einstellt, wenn Grenzen
überschritten werden — doch noch etwas anderes
, als eine künstlerische Idee.
Man hat sich mit einer seltenen
Inbrunst, die fast Wagnerisches
Erlösergepräge trug, dieser Erlösung
des Theaters gewidmet. Und
es ist nicht zu leugnen, daß einige
Sätze des Programms verführerisch
klangen. Hier sind sie :
„Wir wollen keinen Guckkasten
, kein Panorama, sondern eine
Raumausbildung, welche bewegten, menschlichen
Körpern möglichst günstig ist, sie zu
einer rhythmischen Einheit zusammenfaßt und
zugleich die Bewegung der Schallwellen nach
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SCHMIEDEEISERNE ASCHENSCHALE UND LEUCHTER B ENTWURF U. AUSFÜHRUNG: HUGO
BERGER, SCHMALKALDEN (ges. geschützt)
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