Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 22. Band.1910
Seite: 467
(PDF, 172 MB)
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STANDLEUCHTER
FÜR HALLEN UND
GONG IN SCHMIEDEEISEN
ENTWURF UND AUSFÜHRUNG
: HUGO
BERGER, SCHMALKALDEN
(GES. GESCH.)

dem Zuhörer zu begünstigt. Nicht das perspektivische
, tiefe Gemälde, sondern das flache
Relief ist also maßgebend."

Daher die Kontrastierung: Guckkastenbühne
— Reliefbühne. „Durch eine architektonische
Gliederung schaffen wir drei
Pläne: eine Vorderbühne (Proszenium), eine
Mittelbühne, der gewöhnlich benutzte Spielraum
, und eine Hinterbühne."

Kulissen und Soffiten werden überflüssig.
Turmartige Seitenabschlüsse, die durch Bedachung
verbunden sind, schließen das Proszenium
nach hinten
zu ab.

„Ferner kann das
Niveau der Hinterbühne
ganz oder teilweise
erhöht oder vertieft
werden. Erhält
die Szene einen malerischen
Abschluß, der
eine landschaftliche
Weite darstellt, so
wird die Hinterbühne
so tief versenkt, daß
ihr Boden dem Auge
des Zuschauers nicht
mehr erreichbar ist."

Dann die wichtige
Frage der Beleuchtung
: „Die Vorder-
und Mittelbühne empfangen
ihr Licht von

SCHMIEDEEISERNER LEUCHTER M. DREHBAREN ARMEN

AUSFÜHRUNG: HUGO BERGER, SCHMALKALDEN

vorn oben. Die Hinterbühne hat ihre eigenen,
unabhängigen Lichtquellen, welche so eingerichtet
sind, daß alle Lichtstufen und vor allem
auch Lichtstimmungen nach den Gesetzen
strenger, malerischer Stilistik durch das Licht
selbst erzeugt werden können. Durch die
Ausbeutung dieses mit fünf Farben ausgestatteten
Lichtapparates können jedoch nicht
allein koloristische Werte, sondern auch Hell-
Dunkelabstufungen und damit bei gleichzeitiger
Veränderung des Bühnenausschnittes usw.
bald monumentale und weite, bald ganz intime
Raumvorstellungen
suggeriert werden.
So hat der Regisseur
z. B. kein anderes
Mittel, uns die Vorstellung
„Stube" zu
suggerieren, als eben
den Aufbau einerZim-
merdekoration mit einer
Anzahl Möbel, was
jedoch viel zu lange
dauert. Da kommt
ihm jetzt der Raumkünstler
, der malerische
Schöpfergeist zu
Hilfe, der durch Verkleinerung
des Bühnenausschnittes
und
durch Abstufung des
Lichtes den Interieureindruck
schafft, nicht

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