Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 23. Band.1910
Seite: 92
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VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

•X"

carlos vazquez

Internationale Kunstausstellung Brüssel 1910

die schwiegermutter

VON AUSSTELLUNGEN

UND SAMMLUNGEN

DUDAPEST. Nun hat auch Budapest seine jury-
freie Ausstellung, und zwar im Kunsthaus, aber
auch hier haben sich nicht die unterdrückten verkannten
Genies gezeigt, denen man durch diese
juryfreie Ausstellungen aufhelfen will. Die jungen
Künstler haben einfach ihre schwächeren Sachen
juryfrei ausgestellt, beachtenswert waren nur Plany,
Huzella, Lakatos. — Die darauffolgende Ausstellung
war viel interessanter. Der junge Ernö
Tibor zeigt eine kräftige Entwicklung, einen scharfen
Blick für Farbenwerte und Geschicklichkeit größere
Flächen zu beleben. Einstweilen ist er noch zu
unruhig. Bei Könyves Kdlmdn stellte sich der
kaum 20 jährige Rezsö Kiss vor, der bereits in
London Interesse zu erwecken versuchte. Er ist
auch ein Farbenseher, ein Könner, vielleicht wird
er sich auch zum Künstler entwickeln. — Im
Künstlerhaus sehen wir die Kollektivausstellung von
Artur Tölgyessy (geb. 1853), der in München
studierte, daselbst vielejahre lang lebte, im Jahre 1901
die kleine Goldene erhalten hat. Hier ist sein
ganzes Lebenswerk zusammengestellt. Man sieht
einen intime Effekte suchenden Naturschwärmer,
einen Corot-Schüler, einen Freund Meszölys, für den

nur gewisse feine Töne existieren, immer nur dieselben
Farbeneffekte, die er dann bis zur Langeweile
wiederholt. Vor zehn Jahren stand er auf
der Höhe, damals malte er seine besten Bilder:
»Morgendämmern«, >Goldene Strahlen«, auch
unter seinen Studien sind die älteren die besseren. -
Im Nemzeti Szalon fanden wir einen verakade-
misierten Revolutionisten, Oskar Glatz, aus der
Schule von Nagybänya, die im Jahre 1897 aufkam.
Mit Leidenschaft warf er sich damals auf die sonnendurchglühten
Höhen um dort Farbenpracht zusuchen,
die Welt in große, leichte Harmonien aufzulösen.
Jetzt ist er vom tonigen Sehen zur kräftigen Detailbeobachtung
, zur trockenen Charakterschilderung
gekommen. Er war ein Farbenschwärmer und ist
ein Liniensucher geworden. Da ist es ganz natürlich
, daß seine Bilder in kleinerem Format die besser
gelungenen sind, hauptsächlich diejenigen, die neuere
Naturbeobachtungen bieten. Dr. B. l.

T_JAMBURG. Durch Erbanfall hat unsere Kunst-
* A halle eine höchst wertvolle Bereicherung ihres
künstlerischen Besitzes erhalten. Aus der Hinterlassenschaft
des im Frühjahr v.J. auf seinem fürstlichen
Landsitz Dell in England verstorbenen Freiherrn
Henry v. Schröder, eines geborenen Hamburgers
, sind in den Besitz unserer Kunsthalle
63 Gemälde und 8 Skulpturen übergegangen. Während
bei Erwerbung der Skulpturen vornehmlich

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